16. März 2010

Rettet den Strothbachwald!








Zusammen mit den Bielefelder Naturschutzverbänden NABU, BUND, Naturwissenschaftlicher Verein und pro grün demonstrierten Mitglieder des Arbeitskreises Umwelt- und Stadtentwicklung am vergangenen Samstag im Strothbachwald - östlich des Strothbachs zwischen der Bahnlinie und der Gildemeisterstraße im Gewerbegebiet Sennestadt.  Ziel war es, sich für die Erhaltung eines alten Eichen-Buchen-Wäldchens einzusetzen, das zwar nur 2,5 ha groß, aber von hoher Natur- und Artenschutz-Wertigkeit ist.

 

Die Firma Wahl & Co möchte ihr Betriebsgelände erweitern und dazu das Grundstück mit dem Eichenwaldbestand von der Stadt erwerben. Trotz dem Willen seitens der Politik, die kommunale Wirtschaft zu fördern und zu entwickeln, ist es fraglich, ob an dieser Stelle ausgerechnet auf eine Fläche expandiert werden muss, die bedrohten Arten wie dem Schwarzspecht, Fledermäusen (Großer und Kleiner Abendsegler, Braunes Langohr, Zwergfledermaus), Hohltauben und anderen Platz bietet. Es gilt alternative Flächen für die Speditionsfirma zu finden ohne auf das Waldstück zugreifen zu müssen. Hier ist Kreativität gefragt.

 

Zur Feststellung des Naturschutz-Wertes läuft momentan eine einjährige Untersuchung des Habitats, die die Firma Wahl & Co in Auftrag gegeben hat. Wir wollten im Vorfeld schon einmal zusammen mit den Naturschutzverbänden und vielen sachkundigen Ornithologen eine kurze Bestandsaufnahme im Strothbachwald durchführen. Bei dieser Gelegenheit wurden alle Bäume mit grünen Spechten gekennzeichnet (mit umweltfreundlicher Forstfarbe natürlich), die entweder über Spechthöhlen verfügen oder sich als „Biotopbaum“ auszeichnen. Diese Bäume sind durch Alters- und Strukturmerkmale (Holz- und Rindenspalten, Totholzanteile, Vogelhorste, Pilzbewuchs,…) gekennzeichnet, die Lebensraum und Nahrungsquelle für viele geschützte und gefährdete Tierarten bieten.

 

Nach getaner Kennzeichnung „wimmelte“ der Wald vor lauter grünen Spechten. Laut Zählung kamen 59 Höhlenbäume mit 83 Höhlen (davon alleine 53 vom Schwarzspecht) zusammen, außerdem weitere 135 wertvolle Biotopbäume. Ein wahrer Höhlenreichtum, der den Wald als Brutrevier der betreffenden Spechtarten belegt. Anhand der Farbe der Bruthöhlenränder lässt sich auch für ungeübte Augen erkennen, dass einige dieser Höhlen nicht etwa schon Jahrzehnte alt, sondern erst im vergangenen Jahr von den gefiederten Baumeistern gezimmert worden sind. Ein Beweis dafür, dass dieser Wald immer noch aktiv von den Spechten genutzt wird und in den letzten Jahrzehnten nichts an seinem schützenswerten Status eingebüßt hat.

 

Gerade im Jahr der Biodiversität, welches wir 2010 schreiben, sollten wir uns dafür einsetzen, dass biologische Kleinode wie der Strothbachwald nicht unter die Räder von Baustellenfahrzeugen geraten!

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