Kunst mit Haltung – Ausstellungseröffnung Serpil Neuhaus

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Flucht, Krieg und Gewalt, Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Ethnien und die Bedeutung von Bildung für die Integration und das persönliche Wachstum – das sind Themen, die sich durch die Ausstellung „Grenzenlos“ von Serpil Neuhaus ziehen. „Mit ihren Darstellungen macht sie den Betrachterinnen und Betrachtern das Angebot, in unbekannte Rollen zu schlüpfen, Mitgefühl für Leidende, Unterdrückte und Ausgegrenzte zu entwickeln, aber auch für die Schwierigkeiten und Chancen beim Brückenbau zwischen den Kulturen“, sagte die Kunsthistorikerin Dr. Irene Below. „Sie können vor den Arbeiten in einen Dialog treten mit den eigenen Bildern, Vorstellungen und Stereotypen“.

Die Künstlerin bearbeitet höchst aktuelle Themen und drückt in ihren Arbeiten stets auch eine politische Botschaft und ihre Haltung aus. „Kunst muss keine Botschaft transportieren“, sagte Silvia Bose von der Fraktionsgeschäftsführung zur Begrüßung. „Aber Serpil Neuhaus Bilder zeigen, dass Kunst durchaus eine Botschaft haben kann“. Die GRÜNE Ratsfraktion ist besonders froh, dass sie die Gütersloher Künstlerin zum zweiten Mal präsentieren kann. Die erste Ausstellung war bereits im Jahr 2008 in der „Kommunalen Galerie“ direkt vor den Räumen der Fraktion zu sehen. Ein Jahr später beteiligte sich Serpil Neuhaus am

Künstler*innen-Wettbewerb, den die Fraktion anlässlich von 30 Jahren GRÜNE im Bielefelder Stadtrat ausgelobt hatte. „Ihren Beitrag hat sie uns damals geschenkt; er ziert seitdem unsere Fraktionsräume“, sagte Silvia Bose und zeigte den Gästen das Ölgemälde. „Hier ist Vieles zu sehen, was GRÜNE ausmacht und antreibt – auch jenseits von Wahlergebnissen“.

Inzwischen sehen Serpil Neuhaus´ Arbeiten anders aus. Sie ist seit zehn Jahren  ausschließlich als bildende Künstlerin tätig und hat in dieser Zeit immer wieder Neues erprobt und gelernt. Nicht nur in der Kunst. Serpil Neuhaus kam vor 50 Jahren über eine Zwangsheirat nach Deutschland. Hier hat sie in der Fabrik gearbeitet, eine Ausbildung zur Krankenschwester abgeschlossen, das Abendgymnasium besucht, ist Trainerin rhythmische Sportgymnastik und auch Heilpädagogin mit Schwerpunkt Kunst geworden. „Bemerkenswert ist, dass sich hier eine Künstlerin äußert, die selbst als sogenannte Gastarbeiterin nach Deutschland gekommen und sich hier in einem langwierigen Prozess hat entfalten können“, erklärte Dr. Irene Below. „Die Selbstermächtigung und Befreiung durch Bildung ist in meinen Augen das eigentliche Lebensthema von Serpil“.

Die Ausstellung ist noch bis zum 14. Juni zu sehen im Alten Rathaus, Erdgeschoss, Niedernwall 25, 33602 Bielefeld