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„ Was finden Sie am Konzept „Grüne Marktwirtschaft’ gut, und was geht gar nicht?“ Moderatorin Claudia Knoppke wollte von den Unternehmern der Podiumsrunde nach zweistündiger Diskussion ein abschließendes Urteil. „Beachtliche diskussionswürdige Ansätze, die man aber nicht 1:1 übernehmen sollte“ ,lautete die Antwort.
Davor hatte Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion im gut besuchten Jugendgästehaus erläutert, was sich hinter dem Begriff der grünen Marktwirtschaft verbirgt. Es gehe darum die Herausforderung anzunehmen, den unumgänglichen Strukturwandel hin zu einer ökologischen Wirtschaftsweise mit einer familien- und geschlechtergerechten Ökonomie zu verbinden. Dabei solle es weniger bürokratisch und mit einfacheren Steuersystemen zugehen. Der Staat dürfe sich aber nicht völlig aus der Ökonomie verabschieden. Seine Aufgabe: Daseinsvorsorge sichern und klare, verlässliche Rahmenbedingungen schaffen. Konkret schlagen die GRÜNEN zum Beispiel vor, den „top runner Ansatz“ einzuführen, also nach 3 jahren das energieeffizienteste Produkt zum Standard für die gesamte Branche zu machen. Auch über Quoten für Frauen in Vorständen und Aufsichsträten wird nachgedacht.
Bernhard Morawetz vom Verband der Wirtschaftsjunioren als Unternehmer in der Exportberatung für Osteuropa tätig, teilte die ressourcenschonende Orientierung auch Steuervereinfachungen und Bürokratieabbau seien positiv zu bewerten. Allerdings beinhalte das Konzept auch die Gefahr neuer staatlicher Eingriffe in Wirtschaftskreisläufe. Markus Lehrmann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands OWL begrüßte das klare grüne Bekenntnis zur Marktwirtschaft. Er mahnte aber gleichzeitig an, den Handel als letztes Glied in der Kette mehr zu beachten. Wie das Beispiel eines 30-jährigen erfolgreichen Bielefelder Naturkostladens zeige, reagiere der Handel auf geänderte ökologische Verbraucheranforderungen Er sei aber auch besonders stark von negativen wirtschaftllichen Gesamteinschätzungen betroffen und deshalb müssten alle staatlichen Eingriffe sehr genau überprüft werden.
Das größte Lob für „debattenwürdige Thesen und den interessanten Ansatz, diese vor Ort zur Diskussion zu stellen“ und die grundsätzlichsten Zweifel „ist die ökologische und soziale staatliche Rahmensetzung grundgesetzlich legitimiert?“, kamen von Arndt Bertelsmann, vom gleichnamigen Bielefelder Fachbuchverlag.
Einig darüber, dass der Austausch fruchtbar war und in Zukunft ausbaufähig sei, endete die von der grünen Bundestagsfraktion im Rahmen einer bundesweiten Infotour durchgeführte Veranstaltung.
Marianne Weiß
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