Grüne Mitgliederversammlung wirbt für klimafreundliches Energiekonzept für Bielefeld


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Einstimmig sprach sich die Mitgliederversammlung der Bielefelder Bündnisgrünen am 5.6. dafür aus, dass Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei der anstehenden Entscheidung über ein neues Kraftwerk Vorrang haben sollten. Gegen die von der SPD unterstützten Pläne der Stadtwerke für ein neues Kohlekraftwerk sprächen neben der unakzeptablen und den nationalen und europäischen Zielen widersprechenden C02-Belastung auch ökonomische Überlegungen. Ob ein Kohlekraftwerk im Angesicht der absehbaren Kohlepreissteigerungen durch CO2-Zertifizierung tatsächlich wirtschaftlicher sei, wäre völlig unkalkulierbar.


Allerdings wäre es aus grüner Sicht zu kurz gedacht, lediglich auf die Alternative Gaskraftwerk zu setzen. Nur im Zusammenhang mit einem umfassenden zukunftsfähigen Energiekonzept, das dezentrale Block-Heizkraftanlagen auf Biogas oder Holzpelletbasis ebenso umfassen müsse wie die Förderung von Passivbauweise, die verstärkte Altbausanierung und neue regenerative Energieanlagen, könne man ein solches GUD-Kraftwerk als Übergangslösung akzeptieren.


Die GRÜNEN wollen nun im politischen Raum für eine Mehrheit werben, die sich darauf verständigt, dass ein solches Gesamtkonzept umgehend und unter Einbeziehung aller Akteure und des regionalen Sachverstands erstellt wird. Bis Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und neue Erneuerbare Energien so weit ausgebaut sind, dass sie endliche fossile Brennträger vollständig ersetzen können, setzen die GRÜNEN auf ein Gaskraftwerk. Nur diese Lösung ermögliche möglichst geringe CO2-Emmissionen, einen möglichst hohen Wirkungsgrad durch Betrieb in Kraft-Wärme-Kopplung, eine Ausrichtung der Anlage am Wärmebedarf und eine möglichst geringe Kapitalbindung.

 

Weiteres Thema der Versammlung war der G8-Gipfel. Mehrere Demonstrationsteilnehmer berichteten übereinstimmend, dass sich nach ihren Erfahrungen jedwede Relativierung der Ausschreitungen verbiete. Die Gewalt sei nach ihren Eindrücken eindeutig nicht von der Polizei ausgegangen und es sei nun zu prüfen, welche Bündniskonstellationen zukunftsfähig seien. Ulrike Mann, Geschäftsführerin des Bielefelder Welthauses und Britta Haßelmann, MdB betonten die Wichtigkeit einer internationalen Perspektive bei Gerechtigkeits und Umweltfragen und waren sich mit der Versammlung einig, dass friedlicher Protest in und um Heiligendamm berechtigt und notwendig sei.

 

Die Bielefelder GRÜNEN beschäftigten sich im Rahmen ihrer Vorbereitung auf den anstehenden Landesparteitag auch mit der Fortsetzung des Bundeswehrmandats in Afghanistan, das von einigen Diskutanten sehr kritisch beurteilt wurde und mit der Forderung nach einem „Recht auf Ausbildung“ die grundsätzlich unterstützt wurde.

 


Mitgliederversammlung B90/GRÜNE Bielefeld 5.6.07

Top: Kohlekraftwerk

Antragstellter: Kreisvorstand und Ratsfraktion
Die Mitgliederversammlung des KV Bielefeld fasste am 5. 6. 2007 folgenden einstimmigen Beschluss:
Bielefelder Beitrag zum Klimaschutz:
Energie für morgen ohne die Technik von gestern!
Die Stadt Bielefeld ist den Klimaschutzzielen der EU und der Bundesregierung verpflichtet. Um den Klimawandel wenigstens auf einen Temperaturanstieg von 2° C weltweit begrenzen zu können, bedarf es erheblicher Anstrengungen. Eine Realisierung der mehr als 40 national geplanten Kohlekraftwerke, hieße dieses Ziel aufzugeben. Auch Bielefeld muss sich entscheiden und seinen Beitrag leisten.
Neben den auf Antrag der GRÜNEN im Rat beschlossenen Maßnahmen im Bereich der Energieeinsparung und der energetischen Gebäudesanierung, müssen die Ressourcen Energieeffizienz und Erneuerbare Energien stärker als bislang genutzt werden. Bielefeld braucht dezentrale Block-Heizkraftanlagen (z.B. auf Holzpellet- und Biogas-Grundlage) mehr Förderung von Wärmedämmung und Passivhaus-Bauweisen und neue Windenergie-, Geothermie-, Solar- und Photovoltaikanlagen.
GRÜNE fordern ein nachhaltiges klimagerechtes Energiekonzept für die Stadt, das schnellstmöglich und unter Einbeziehung aller Akteure und des regionalen Sachverstands erstellt werden soll.
Nach der Anhörung des Rats am 31.5. sehen sich die GRÜNEN im Hinblick auf die anstehende Entscheidung über ein neues Kraftwerk am (innerstädtischen) Standort Schildescher Str. in ihrer Auffassung bestätigt und bekräftigen ihren JHV-Beschluss vom 17. 3. 2007 in dem die Planung eines Kohlekraftwerks auf dem Stadtwerkegelände abgelehnt wurde. Neben ökologischen Einwänden ist nicht kalkulierbar, ob ein Kohlekraftwerk angesichts absehbar steigender Preise durch CO2-Zertifikatshandel tatsächlich wirtschaftlicher ist,
Stattdessen wird sich die Ratsfraktion mit Unterstützung der Mitgliederversammlung bei der anstehenden Entscheidung folgende Ziele mit Entschiedenheit vertreten:
- möglichst geringe CO2-Emmissionen
- möglichst hoher Wirkungsgrad durch Betrieb in Kraft-Wärme-Kopplung
- Ausrichtung der Anlage am Wärmebedarf
- möglichst geringe Kapitalbindung
Dementsprechend kommt für die GRÜNEN als Übergangstechnologie bis Energieeinsparung, Effizienzsteigerung und neue Erneuerbare Energien so weit ausgebaut sind, dass sie endliche fossile Brennträger vollständig ersetzen können, nur ein den oben genannten Kriterien entsprechendes Gaskraftwerk in Frage.
Die Ratsfraktion wird von der Mitgliederversammlung gebeten, zur Erreichung dieser Ziele nach politischen Mehrheiten zu suchen.

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