17. Januar 2008

Schulen sollen über Kopfnoten selbst entscheiden


Die Grüne Jugend und der Grüne Kreisverband - werden am Zeugnistag, 18.1., ab 11.00 Uhr auf dem Jahnplatz (Altstadtseite) mit  knapp 1,5 m3 Pappmaschee zeigen, was von den an diesem Tag erstmals ausgegebenen Kopfnoten zu halten ist.
Die Grüne Jugend hat Zeugnisse für die Kopfnoten vorbereitet, die zwar auch ein  „Sehr gut“ (für Lehrerabhängigkeit ) enthalten, am Ende aber doch zum Schluss kommen: ‚Nicht versetzt’.


Auf den Halbjahreszeugnissen im Januar sind die Schulen erstmals gezwungen, sechs Kopfnoten für die Bereiche Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit und Sorgfalt, Selbstständigkeit sowie Verantwor-tungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit. Hierzu erklären Matthi Bolte, grünes Ratsmitglied und Marianne Weiß für den Kreisverband:

Die sechs Kopfnoten sind pädagogisch unsinnig und können nicht objektiv sein. Sie benachteiligen Kinder zusätzlich, in deren Familien die Schule einen geringen Stellenwert hat und die wenig Unter-stützung erfahren. Kinder mit diagnostiziertem Handicap wie ADHS (Aufmerksamkeitsdefizitsyn-drom/Hyperaktivitätsstörung) erhalten keinen Nachteilsausgleich. Auch unter den kirchlichen Schul-trägern wächst der Widerstand gegen den Kopfnotenzwang.
Die sechs Kopfnoten bedeuten einen erheblichen Arbeitsaufwand für die Lehrkräfte, da jede Lehre-rin und jeder Lehrer in jeder Klasse mit 30 Kindern an der Festlegung von 180 Kopfnoten im Halb-jahr beteiligt ist. Damit dies gelingen kann, dürfen hierfür sogar ganztägige Konferenzen stattfinden und Unterricht komplett ausfallen. Es ist verquer, dass Beratungstage für Eltern, Schülerinnen und Schüler nicht mehr während der Unterrichtszeit stattfinden dürfen, sehr wohl aber Hals über Kopf Konferenzen zur Vergabe von Kopfnoten.

Aufgrund dieses Arbeitsaufwands und der Unklarheiten über die zugrunde gelegten Standards für die einzelnen Notenstufen haben sich landesweit einige Schulen schon darauf festgelegt, eine be-stimmte Notenstufe als "Grundwert" anzusetzen und ansonsten nur über Abweichungen zu spre-chen. Diese Einheitsnoten sprechen der angestrebten individuellen Bewertung Hohn. Außerdem un-terscheiden sich diese Grundwerte auch noch je nach Region.

Wir fordern die Landesregierung auf, die Schulen selbst und eigenverantwortlich über die Art und Weise der Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens auf den Zeugnissen entscheiden zu lassen. Angesichts des Kopfnotenchaos im Land wollen wir auch sichergestellt haben, dass die Schülerinnen und Schüler in unserer Kommune nicht benachteiligt werden. Schließlich werden diese dubiosen No-ten ein Berufsleben lang mitgeschleppt. Die Zeit und Energie der Lehrkräfte sollte besser für die Förderung der Kinder zur Verfügung stehen.

 

 

 

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