Baudezernent macht erneut Stadtentwicklung mit der Kettensäge

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Es ist wieder passiert: Acht stattliche Bäume fielen an der Gertrud-Bäumer-Schule der Kettensäge zum Opfer. Dies sind nun die letzten Bäume des ursprünglichen Baumbestandes im Umfeld der neugebauten Almsporthalle. Laut Verwaltung waren sie dem Rettungsweg der Alm, der eine Breite von 16,2 Meter aufweisen muss, im Wege.

Eines ist natürlich klar: Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität. Durchaus bemerkenswert und ausgesprochen kritikwürdig, ist allerdings die Rolle, die der Baudezernent in diesem Zusammenhang spielt.

Wenn das Fällen der acht Bäume wirklich so alternativlos und gut begründbar gewesen ist, warum wurde die Öffentlichkeit im Vorfeld nicht informiert? Stattdessen erfolgte lediglich eine Information in der Bezirksvertretung und zwar in nicht-öffentlicher Sitzung. Das Fällen der letzten Bäume aus dem alten Bestand, hat das Umfeld der Alm und der Gertrud-Bäumer-Schule massiv verändert – betongrau statt grün.

Was kann dahinter stecken? Offensichtlich war der Baudezernent redlich bemüht, das Thema vor der Öffentlichkeit geheim zu halten – zumindest so lange, bis Fakten geschaffen wurden.

Jens Julkowski-Keppler, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz: „Leider stehen die Baumfällungen in einer unrühmlichen Reihe mit ähnlichen Vorgehen des Baudezernats. So wurden beispielsweise vor nicht allzu langer Zeit an der Gutenbergschule vorauseilend Bäume für eine Parkplatzausfahrt gefällt, die niemals gebaut wurde.“

Claudia Heidsiek, Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz: „Wenn die Fällung so alternativlos gewesen ist, wäre es doch kein Problem gewesen, mit offenen Karten zu spielen. Es ist mal wieder typisch: Bevor Gregor Moss sich die Mühe macht, über Alternativen nachzudenken, wird lieber zur Kettensäge gegriffen. Das ist völlig inakzeptabel und in Zeiten, in denen Klimaanpassungskonzepte für versiegelte Bereiche erstellt werden, absolut kontraproduktiv.“