Die Johannisbachaue umfasst einen knapp 250 Hektar großen Landschaftsbereich. Sie stellt eine stadtnahe, kaum bebaute Landschaft dar, die geprägt wird von dem noch teilweise naturnah mäandrierenden Gewässer. Daneben bereichern Grünland, einige Waldinseln, aber auch landwirtschaftlich genutzte Flächen und Feuchtwiesen diese Kulturlandschaft. Auch die extensive Beweidung von Teilflächen mit Rindern schafft weitere, neue Lebensräume. Durch die große Vielfalt und die Größe des Areals ist der Bereich Lebensraum für einige bedrohte Tier- und Pflanzenarten. So kann man als Spaziergänge/in das Glück haben, den dort lebenden Eisvogel bewundern zu können. Die Johannisbachaue weist ein hohes Naturschutzpotential auf. Daher hat die Umweltverwaltung den gesamten Bereich der Johannisbachaue als naturschutzwürdig eingestuft.
Schon heute wird die Johannisbachaue von Veränderungen bedroht, durch den Ausbau der Herforder Straße und die Verlagerung der Grafenheider Straße.
Völlig unverträglich mit dem Ziel des Erhalts der Johannisbachaue ist die Anlage eines Untersees. Selbst wenn der See ohne große Bebauungsgebiete in der Johannisbachaue verwirklicht werden könnte, der See allein zerstört alle Elemente, die die Johannisbachaue so wertvoll machen. Es ist eine Illusion anzunehmen, dass es möglich wäre, einen 40 ha großen See zu realisieren und gleichzeitig einige schützenswerte Bereiche dauerhaft erhalten und am See Uferbereiche für den Naturschutz sichern zu können. Denn der See sollte, wenn das Wasser denn Badequalität hätte, natürlich auch zum Schwimmen genutzt werden können, Bootfahren und Segeln soll möglich sein. Das alles setzt natürlich Wegeverbindungen an und um den See voraus, erfordert Parkflächen für einige hundert PKW und Infrastruktur wie Kaffeehäuser und Toiletten. Schon allein das macht deutlich, man muss sich in der Johannisbachaue entscheiden, für einen See oder für den Erhalt einer reichhaltigen Landschaft, die viele Erholungspotentiale hat. Denn natürlich muss so ein wertvolles Areal auch Raum für Menschen bieten. Daher gibt es viele Ideen, die Johannisbachaue mit weiteren Maßnahmen für die landschaftsbezogene Erholung weiter zu öffnen. Dafür haben wir GRÜNE schon vor vielen Jahren ein Konzept entwickelt - die Stadtteilkonferenz Baumheide hat Vorschläge erarbeitet. In der letzten Zeit haben Kinder und Jugendliche zusammen mit dem Freizeitzentrum Baumheide und einer Mitarbeiterin des naturpädagogischen Zentrums Schelphof Ideen entwickelt. Viele dieser Vorschläge können umgesetzt werden, ohne die Bereiche, die aus Naturschutzgründen nicht verändert werden sollen, zu zerstören.
Inge Schulze
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