GRÜNE: Ausbau der Detmolder Straße ist keine zukunftsfähige Lösung

Es ist aus Sicht der GRÜNEN eines der traurigsten Kapitel der Bielefelder Politik, dass die Planungen zum autobahnähnlichen Ausbau der Detmolder Strasse nicht noch gestoppt werden konnten.

 

Dabei war es zwischen den AnwohnerInnen und den politischen Parteien unstrittig, dass die Straße saniert und die Haltestellensituation an der Stadtbahnlinie 2 verbessert werden musste. Über ein Jahr hat ein Runder Tisch mit Vertretern aus Verwaltung und Politik, der Bezirksregierung, AnwohnerInnen und Interessenverbänden unter der Moderation von Prof. Dr. Krohn (Uni Bielefeld) getagt, um eine Planung zu entwickeln, die die Interessen der an der Detmolder Strasse lebenden Menschen ebenso berücksichtigt, wie die aller Verkehrsteilnehmer/innen. Zu letzteren zählen eben nicht nur die AutofahrerInnen, sondern auch FußgängerInnen und RadfahrerInnen sowie NutzerInnen des ÖPNV. Ein Kompromissvorschlag lag auf dem Tisch. Er sah einen dreispurigen Umbau der Detmolder Straße mit Radwegen und Hochbahnsteigen vor. Die Umsetzung dieser Planung hätte die Funktion der Straße hinsichtlich ihrer Bedeutung im Straßennetz nicht eingeschränkt; sie hätte aber auch dem Charakter der Straße als Wohnstraße Rechnung getragen.

 

Fraktionssprecherin Dr. Inge Schulze, Teilnehmerin des Runden Tisches: "Leider war es die SPD, die sich dem Druck von CDU und IHK nicht widersetzte und dann trotz der Beteiligung am Runden Tisch im Rat der Planung der Verwaltung, die eine Vierspurigkeit und den Verzicht auf Radwege vorsah, zugestimmt hat. Nun werden über 40 Mio. € für die Sanierung und den Bau von ca. 2 km vierspuriger Straße ohne Radwege und ausreichende Gehwegbreiten investiert."

 

 Aus Sicht der GRÜNEN ist es in einer Zeit, in der in anderen Städten Umweltzonen mit Einschränkungen für den Autoverkehr eingerichtet werden, wo die Förderung des ÖPNV als Beitrag zur Begrenzung des Klimawandels gefordert wird, geradezu grotesk, dass Bielefeld durch den Ausbau der Detmolder Straße Millionen für eine offensichtlich anwohnerfeindliche und absolut nicht zukunftsfähige Lösung ausgibt.

 

Inge Schulze abschließend: "Ich bin sicher, dass die Straße in dieser Form nicht lange genutzt wird. In einigen Jahren werden wir über einen Rückbau der Detmolder Straße sprechen müssen. Es gibt viele Urteile, die dem berechtigten Anspruch der AnwohnerInnen auf Einhaltung der Schadstoff- und Lärmgrenzen Recht geben. Daher wird die Zukunft der Detmolder Straße nach meiner festen Überzeugung nicht dauerhaft vierspurig sein.“

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