Es ist schon erstaunlich, wie unkritisch in einem als Interview getarnten Gespräch der NW-Redakteur Herr Massmann seinen offensichtlichen Wunschkandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2009 präsentiert. Inhalte spielen in dem Gespräch eine untergeordnete Rolle, denn sonst hätte Herr Massmann vielleicht einmal nachgefragt, welche kostenträchtigen Projekte in Bielefeld in den letzten Jahren mit der Zustimmung der BfB im Rat der Stadt beschlossen wurden.
Dr. Inge Schulze: “Mit den Stimmen der BfB wurden 700.000 € für ein Gutachten zur Privatisierung des Umweltbetriebes in den Sand gesetzt, ein Erweiterungsbau für die Stadthalle auf den Weg gebracht, der jährlich ein zusätzliches Defizit von mindestens 400.000 € nach sich ziehen wird. Der Umbau von 2 km Detmolder Straße kostet insgesamt 45 Mio. € Steuergelder, für die Stadt Bielefeld immerhin 5 Mio. €, alles Projekte, denen die BfB ohne Zögern zugestimmt hat. Die Liste ließe sich noch um einiges erweitern. Zwar hat auch die BfB beim Sennesee angesichts der zu erwartenden Kosten Vernunft bewiesen und sich frühzeitig davon verabschiedet. Am Untersee, dessen Realisierung um etliches teurer sein würde als der Sennesee und bei dem nie Badequalität erreicht werden könnte, wird aber weiter festgehalten.“
Angesichts dieser Fakten bei anderen Parteien von Ausgabenfrohsinn zu sprechen und sich selber im Mäntelchen des biederen sparsamen Kaufmanns darzustellen, zeigt eine Unfähigkeit der Analyse des eigenen politischen Handels, die schon erschreckend ist. Am Besten wäre gewesen, Herr Delius hätte sich an die alte Weisheit gehalten: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen!“
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