Die Energieversorgung von Deutschland ist durch den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine nicht unmittelbar bedroht. Denn Deutschland verfügt über große Speicher für Erdgas und Öl und hat neben Russland weitere Lieferanten aus Westeuropa. Trotzdem, die aktuelle Situation macht unsere Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen deutlich. Diese Abhängigkeit können wir in den nächsten Jahren deutlich verringern. Der größte Energieschlucker ist die Wärmeversorgung der Häuser und Wohnungen. Erst ca. 10% des Altbaubestandes ist energetisch saniert. Der Erdgasverbrauch könnte deutlich verringert werden, wenn in den nächsten Jahren hier massiv investiert würde. Auch andere Steigerungen der Energieeffizienz wie ein weiterer Ausbau der Kraft-Wärmekopplung sind möglich. Hier gibt es noch riesige Potentiale. Wer heute baut, sollte ein Passivhaus bauen; das macht den Einkauf von Heizenergie überflüssig.
Angestrebt ist bundesweit bis 2020 eine Steigerung der Energieeffizienz von 40%, das bedeutet, dass wir entsprechend weniger fossile Energien einkaufen müssen.
Dr. Inge Schulze: „Auch der Ausbau der regenerativen Energien ist ein Beitrag, um die Abhängigkeit von Gasimporten zu verringern. Die Potentiale von solarer Wärmeerzeugung sowie der energetischen Verwertung von Biomüll und Abfällen aus der Nahrungsmittelindustrie in Biogasanlagen zur Erzeugung von Erdgas (Methan) sind noch lange nicht erschlossen. Langfristig kann die Kombination von Verbesserung der Energieeffizienz und dem Ausbau der regenerativen Energien Deutschland weitgehend unabhängig von Energieimporten machen. Der aktuelle Konflikt sollte alle Menschen überzeugen, diese Strategie mit großer Energie zu verfolgen. “
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