Bielefelder Wald zukunftsfähig aufstellen

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Naturnahe Dauerwäldermit standortgerechten Laubbaumarten sind Stürmen, Hitzesommern und extremerTrockenheit gegenüber widerstandsfähiger als Nadelholzmonokulturen oderplantagenartige Altersklassenwälder. Eine naturnahe Entwicklung des BielefelderStadtwaldes, ist aus Gründen der Zukunftsfähigkeit anzustreben. Bei einemSpaziergang mit dem AbteilungsleiterBielefelder Forsten Herbert Linnemann und seinen Mitarbeitern haben sich dieBielefelder GRÜNEN unterschiedliche Waldschadensbilder im Stadtgebiet angesehen.Dabei wurden von den Fachleuten aktuelle Problematiken verschiedener Standorte,aber auch Entwicklungspotentiale für die Zukunft erläutert.

Bei diesem Spaziergang wurde deutlich: DieSchäden im Bielefelder Wald sind immens. Aber auch die Entwicklung desStadtwaldes Richtung klimastabilem Laub-Mischwald durch die Bewirtschaftung derletzten Jahrzehnte ist erkennbar. Die Flächen, die durch dieBorkenkäferfraßschäden „frei“ werden, sollten dazu genutzt werden, dieUmwandlung von Nadel- in Laubwald schneller zu vollziehen. Allerdings brauchenauch Nadelbäume ihren Platz im Wald, da ihr langfaseriges Holz gerade imBaubereich benötigt wird. Bauholz größtenteils aus dem Ausland zu beziehen, istaus GRÜNER Sicht keine Alternative. Allerdings sollten Nadelbäume, die nichtder heimischen Waldgesellschaft angehören wie Douglasie und Küstentanne nichtin Waldschutzgebiete (FFH, Natura 2000) gepflanzt werden, da sie imentsprechenden Ökosystem keine hinreichende Funktion erfüllen.

Bei der Neubesiedlung der freien Waldflächenunterstützen die GRÜNEN das Vorgehen im Bielefelder Stadtwald, aufNaturverjüngung zu setzen. In diesem Falle siedeln sich Bäume an, die dernatürlichen Waldgesellschaft entsprechen und für die Entwicklung einesklimastabilen Zukunftswaldes nötig sind. Pflanzungen sollten nur dort und dannam besten gruppenweise durchgeführt werden, wo es „nötig“ ist. Ein Beispielsind große Flächen, auf denen ehemals Fichten standen und für die in Zukunftandere Baumarten (z.B. Laubbäume) gewünscht werden. Nachpflanzung sollen sichan der potentiell natürlichen Vegetation und zukünftig klimastabilenLaub-Mischwaldbeständen orientieren.

JensJulkowski-Keppler, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Klimaschutz: „Die Spendenaktion fürden Stadtwald unterstützen wir ausdrücklich. Allerdings wünschen wir uns, dassdie Nachpflanzungen mit Zeit und Augenmaß durchgeführt werden. Es nützt nichts,übereilt Bäume an Standorte zu pflanzen, die ohne Pflege oder Wässern, dennächsten Sommer nicht überstehen. Wir gehen davon aus, dass diese Aspekte beiden bevorstehenden Pflanzungen berücksichtigt werden.“

KlausFeurich, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion: „Wir wünschen uns fürunseren Bielefelder Wald ein „Zukunftswaldkonzept“, das sich an dem des LübeckerWaldes orientiert. Wichtige Punkte sind hier unter anderem ein geeigneterAnteil an Referenzflächen, auf denen keine Durchforstung geschieht, um dienatürliche Waldentwicklung zu beurteilen und aus ihr Schlüsse für denrestlichen Wald zu ziehen. Auch der Holzvorrat soll durch das Belassen älterenBäume deutlich erhöht werden. Das hat neben ökologischem Nutzen für dieWaldgesellschaft zusätzlich als Kohlenstoffsenke einen positiven Einfluss aufden Klimaschutz.“

JensJulkowski-Keppler ergänzt: „Auch über eine Zertifizierung des Waldes nach FSC- oder besser nochNaturland-Kriterien müssen wir sprechen. Allerdings ist klar, dass diesezusätzliche Aufgabe vom derzeitigen Personalstamm des Umweltbetriebs nichtgeleistet werden kann. Hier muss die Politik durch die Schaffung zusätzlicherPlanstellen die Grundlage bilden.“