Datenschutz – gefällt mir! Veranstaltung am 15.11.

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Gut 30 Interessierte folgten unserer Einladung, um in gemütlicher Atmosphäre in der HeissBar mit Julia Schramm (Bloggerin und Netzaktivistin) und padeluun (Vorsitzender vom Datenschutzverein FoeBuD) zu diskutieren.

In der Debatte ging es um die These, ob Privatsphäre noch zeitgemäß ist. „Wie können meine Daten mir gehören?” fragte Schramm und vertrat die progressive Haltung, dass alle persönlichen Daten jedem zugänglich sein sollten. Sie sieht dies eingebunden in eine gesellschaftliche Utopie, wo niemand mehr diskriminiert wird. Auch die Frage, was überhaupt persönliche Daten sind kam auf. Sind es nur Name, Geburtsdatum, Wohnort oder aber auch Texte und Beiträge, die im Internet veröffentlich werden, da diese auf ihre Art und Weise auch viel über die verfassende Person aussagen?

Padeluun warb hingegen dafür, dass jeder Mensch über seine Daten selbst bestimmen soll. Ihm ginge es darum, Menschen zu schützen und keine Daten. Weiter forderte er die zentralen Social Networks wie u.a. Facebook durch dezentrale Systeme zu ersetzen. Hier wurden u.a. Diaspora sowie FreedomBox als Alternativen genannt, wo die Daten nicht auf großen firmeneigenen Servern gespeichert werden, sondern auf persönlichen Webservern (sogenannten „pods”) abgelegt werden, so dass die Benutzer die vollständige Kontrolle über ihre Daten, die sie mit anderen teilen, behalten.

Einigkeit herrschte dagegen bei dem Thema Transparenz. Hier plädierten beide für eine komplette Offenlegung aller Daten von Politikerinnen und Politikern, Verwaltung, Lobbygruppen und Wirtschaftsunternehmen. Auch Open Government, eine Öffnung von Verwaltung und Regierung gegenüber der Bevölkerung, und Liquid Democracy, die Form der gemeinsamen Entscheidungsfindung, sahen alle Diskutierenden als wichtige Bereiche für die Zukunft und den richtigen Weg zu mehr direkter Demokratie und Transparenz.

Datnschutz flyer frontLiebe Freundinnen und Freunde,
wir möchtengemeinsam mit padeluun (FoeBuD), Julia Schramm (Bloggerin & Netzaktivistin) und euch über klassischen Datenschutz vs. Post-Privacy diskutieren.

Unter dem Schlagwort “Post-Privacy” formiert sich im Netz eine Strömung, die die klassische Privatsphäre für ein Relikt der

vordigitalen Ära hält. Ihr Gegenentwurf: Datenschutz sei nicht mehr möglich – und eines Tages hoffentlich auch nicht mehr nötig. Eine gesellschaftliche Vision, die allerdings eine diskriminierungsfreie Welt voraussetzt, in der es nicht mehr notwendig ist, sich ins Privatleben zurückzuziehen.

Ist Privatsphäre also in Zeiten von Social Media und Web 2.0 noch angemessen? Welche Regelungen braucht es seitens des Staates und wie kann jede Bürgerin und jeder Bürger selbst entscheiden was mit ihren und seinen Daten geschieht?