Kulturentwicklungsplan fortführen

Veröffentlicht am / Abgelegt in: Aktuelles, Fraktion, Presse, Ratsreden

Im Stadtrat warb Christina Osei dafür denerfolgreichen Prozess fortzuführen und die Kulturstadt Bielefeldweiterzuentwickeln.

Den ersten Kulturentwicklungsplan haben wir 2013 maßgeblich mit auf den Weg gebracht. Wir finden, es ist jetzt an der Zeit den KEP fortzuschreiben. Weil der KEP ein Prozess ist, der sich fortwährend an neue Gegebenheiten und Akteurinnen anpasst, der aufgreift und nachjustiert, wo es notwendig ist. Kurz: KEP ist ein Prozess, der so lange läuft wie sich Kultur verändert.

Christina Osei will die Kulturstadt Bielefeld voran bringen.

Ein gutes Beispiel ist das KulturhausOstblock. Eine kulturelle Einrichtung, die wir von Anfang an positiv begleitethaben und die nun das kulturelle Bild der Stadt deutlich mit prägt. Auf dieseneuen Akteur*innen wird in der Fortschreibung des KEP flexibel eingegangen.

Es werden weiterhin neue Formate erarbeitet,wie z.B. die KulturBars, die eine Beteiligung der Kulturszene an derKulturentwicklung in unterschiedlichen Sparten vorsieht und die Diskussion derunterschiedlichen Akteur*innen ermöglicht. Denn eins muss hier klar sein, Kunstund Kultur sind bunt, sie sind unterschiedlich, individuell und vor allem sindsie lebendig. Und gerade diese Lebendigkeit kann man nicht in einen starrenRahmen pressen, sondern sie braucht Raum in einem fortlaufenden Prozess. DieFortschreibung des Plans sieht aber u. a. auch neue Organisationsstrukturenvor, wie z.B. ein Projektmanagement mit einer neu eingerichteten Stelle und mitausgewählten Vertreter*innen der freien Kulturszene.

Es gibt Menschen hier im Raum, die möchtendie Kulturentwicklung steuern und festlegen. Sie möchten „bestimmen wo eslanggeht“. Das sehen wir grundsätzlich anders. Wir verstehen uns alsWeichensteller*innen, als Ansprechpartner*innen und nicht als diejenigen, diesagen wo es langgeht und was gemacht wird. Wir wollen und werden im Prozessvertreten und beteiligt sein. Das ist uns wichtig! Aber wir werden das aufAugenhöhe mit den Kulturakteur*innen machen, und nicht von oben herab. DesWeiteren wird der Kulturausschuss regelmäßig über die Arbeit und dieFortschritte informiert.

Es ist uns wichtig, dass sich jede*rBielefelder*in einbringen kann und an der Entwicklung der Kultur beteiligenkann. Denn wie sich Kultur entwickelt und wie sich Bielefeld als Kulturstadtentwickelt, das ist unser aller Thema.

Ein gutes Beispiel für die flexible Arbeitsweisedes Kulturentwicklungsplanes finden Sie im Top 11, im dem die Richtlinien derStadt Bielefeld geändert werden sollen, die zur Förderung von Investitionenfreier Kultureinrichtungen da sind. Es geht darum, dass wir den zu erbringendenEigenanteil der freien Kultureinrichtungen von 50 auf 25 Prozent reduzieren, dadie Vergangenheit gezeigt hat, dass 50 Prozent für viele Einrichtungen nicht zuleisten sind. Durch den KEP kann darauf reagiert werden.

An dieser Stelle lohnt sich ein Blick zurück,auf das, was wir schon erreicht haben. Das ist so viel, dass ich hier nur aufeiniges eingehen kann: Wir haben die Kunsthalle, dasTheater und das Konzerthaus Rudolf-Oetker-Halle alsLeuchttürme der Stadt zukunftsfähig aufgestellt, das Kulturamt neuorganisiert, ein Gesamtkonzept kulturelle Bildung aufgesetzt,ein Kulturmarketing installiert unddie Förderung der freien Szene erhöht, neustrukturiert und so für Planungssicherheit gesorgt. Wir haben die Wertschätzungfür Kultur erhöht, unter anderem mit Kulturgala und der Dotierungdes Kulturpreises mit 5.000 Euro. Und wir haben die kulturelleTeilhabe durch freien Eintritt für Grundschulklassen instädtische Museen verbessert sowie Förderberatung,Qualifizierungsprogramme und Workshops für Kulturschaffendegestärkt. Und, und, und …

Sich bei so einer Erfolgsbilanz hinzustellenund darüber zu schwadronieren, dass all das der Kulturpolitik einer mittlerenKreisstadt entspreche – das grenzt an Ignoranz und an Besserwisserei. Undspricht auch nicht für Respekt gegenüber all den Kulturschaffenden undKulturinteressierten, die sich Jahre lang in dem PROZESS KEP eingebrachthaben und viel bewegt haben.

Bisher war es guter Stil hier in Bielefeld,gemeinsam den Kulturentwicklungsprozess zu tragen und voranzutreiben, heutekriegen wir das offensichtlich nicht mehr hin. Man merkt hier im Saal – es istWahlkampf, denn einigen geht es nicht mehr um Fakten und den Erfolg, sonderndarum politisches Profil zu zeigen. Ich finde das unglaublich schade undbedauerlich.

Ich bitte Sie um Ihre Unterstützung und bitteSie dem Antrag der Verwaltung zuzustimmen.