Legale Flächen für Bielefeld

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Die GRÜNE Ratsfraktion startete mit ihren diesjährigen Sommeraktionen  – mit „Radeln zur Streetart“.

„Die Geschichte von Graffiti in Bielefeld ist eine Geschichte der Illegalität“, sagt Frederick Brockmeyer vom Verein hoch2wei, der mit seinem Kollegen Christian Müller die Radtour der GRÜNEN Ratsfraktion und ihrer Gäste führte. Die Gruppe von rund 30 Leuten startete am Kulturhaus, wo der Verein seinen Sitz hat, und endete in der Mindener Straße, wo bald eine sogenannte Hall of Fame legale Flächen bieten wird. Auf dem Weg lag unter anderem in der Heeper Straße das Bild des Belgrader Street-Art-Duo SOBEKCIS, auf dem bunte Schriftzüge und Formen geradezu explodieren. In der Herforder Straße ging es um ein Werk des Künstlers sat one. Der Münchner gestaltete einen 24 Meter hohen Giebel und damit das höchste Bild in der Stadt.

Die Werke sind im Rahmen von inzwischen sechs Graffiti-Festivals des Vereins hoch2wei entstanden. Dabei wählt der Verein Künstler*innen aus, wirbt Geld ein und bringt Hausbesitzer und Kreative zusammen. „Wir laden die ein, die wir gut finden und uns gefallen. Themen geben wir nicht vor. Die Künstler sollen frei arbeiten können“. Per Vertrag ist geregelt, dass die Bilder mindestens drei Jahre bleiben können. Bisher wurde noch kein großes Bild überstrichen. Durch die Festivals hat Bielefeld Stadtbild gewonnen.

Und wird noch mehr gewinnen mit der Hall oft Fame, die die Paprika-Kooperation mit den Stimmen der GRÜNEN im vergangenen Jahr beschlossen hat. Noch ist Bielefeld eine der wenigen großen deutschen Städte ohne legale Flächen. Diese Ära endet, wenn die Hall of Fame steht. „Es wäre was relativ Neues für Deutschland, dass Flächen extra gebaut werden“, sagt Christian Müller an der Mindener Straße unterhalb des Ostwestfalen-Damms, wo die Wände für rund 50.000 Euro gebaut werden sollen.

In der Nähe des Bahnhofs, mit viel Publikumsverkehr und sozialer Kontrolle sei das der ideale Ort für die Hall oft Fame. An den Flächen könnten dann alle 24 Stunden am Tag arbeiten, Ideen umsetzen und sich ausprobieren. Brockmeyer: „Dann werden Bilder Stadtgespräch. Künstler*innen könnten sich mit der Bevölkerung austauschen und auch untereinander.“ Und all das ist gut die Stadt.