Neue Wege für die Sportentwicklung!

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Am Ende wird alles gut – und wenn es nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende

Seit Monaten wird die Diskussion über die Verwendung der vom Land an die Kommunen gezahlten Sportpauschale vom Thema „beleuchtete Laufstrecke” bestimmt. Die vor allem von uns Grünen öffentlich vertretene Ampelvereinbarung im Koalitionsvertrag, zu einer notwendigen Neuaufteilung der Pauschalen zu kommen, wurde von diesem Einzelthema vollständig überlagert.

Mit einem Antrag im Schul- und Sportausschuss unternimmt die Ampelkoalition nun einen neuen Anlauf. Ein Sportentwicklungsplan soll mit einer breiten Beteiligung der im Sport Aktiven erarbeitet werden. SportpolitikerInnen, Stadtsportbund, Sportverwaltung, VertreterInnen von Schulen sowie des selbstorganisierten Sports und SportwissenschaftlerInnen sollen den „gesamten kommunalen Raum” als Sportraum betrachten und Ziele und Eckpunkte der Sportentwicklung in Bielefeld beschreiben.

Das Ziel des Sportentwicklungsplans soll sein, alle Menschen in Bielefeld in ihren Sportaktivitäten zu unterstützen, ihnen Zugang zu ihrem favorisierten Sport zu ermöglichen und sie zu lebenslanger sportlicher Aktivität zu ermuntern. Bei der Erarbeitung sollen die unterschiedlichen Dimensionen vom Freizeit- über den Gesundheitssport und den Schul- und Kitasport bis hin zum Leistungssport berücksichtigt werden. Selbstverständlich sollen Veränderungen durch die demographische und gesellschaftliche Entwicklung bei der Erstellung des Planes beachtet werden. So wird der Vereinssport auch in Zukunft eine zentrale Rolle in der Sportentwicklung spielen. Aber auch das Anwachsen des selbstorganisierten und vereinsunabhängigen Sports wird zukünftig genauso berücksichtigt werden müssen wie die Veränderung des Alltags von Kindern und Jugendlichen durch die zunehmende Inanspruchnahme der Ganztagsbetreuung. Die Förderung der Integration sowohl von Menschen mit Migrationshintergrund als auch von Sportlerinnen und Sportlern mit Behinderungen ist eine weitere Zielsetzung der Sportentwicklungsplanung.

Im neuen Sportentwicklungsplan sollen daher neben den Vereinen genauso auch weitere Akteure wie Kindertagesstätten, Schulen, Krankenkassen, etc. berücksichtigt und auch die Interessen der nicht organisierten SportlerInnen stärker in den Blick genommen werden.

Am Ende werden aber nicht nur schöne Worte stehen: ein Kriterienkatalog wird Grundlage für eine Prioritätenliste zur Vergabe der begrenzten Fördermittel. Qualitätskriterien wie die Nachhaltigkeit der Investition, die Nutzerintensität, die lokale Verteilung der Sportanlagen oder auch die Folgekosten der Investition treten dann an die Stelle einer quotierten Mittelvergabe, das schafft Transparenz und Planungssicherheit.

Und die Laufstrecke?

Das zwischen Ampelkoalition und Stadtsportbund in den vergangenen Wochen so kontrovers diskutierte Thema einer beleuchteten Laufstrecke wird im Antrag zur Sportentwicklung nicht direkt angesprochen. Anstelle einer neu anzulegenden beleuchteten Laufstrecke soll aus Kostengründen untersucht werden, an welchen Stellen sich durch Lückenschlüsse in den in Teilbereichen bereits jetzt beleuchteten Parkwegen mit geringem Aufwand zusammenhängende Wegstrecken erschließen lassen. Diese können dann auch in der dunklen Jahreszeit und in den Abendstunden FreizeitläuferInnen als beleuchtete Laufwege dienen.

von Inge Schulze und Marcus Stichmann