„Vielfalt sucht Rat.“ – Veranstaltung Kommune wird vielfältig

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Der Workshop zur Gewinnung von mehr Menschen mit Migrationshintergrund in die Kommunalpolitik „Die Kommune wird vielfältig” hat am Samstag, den 02.03.2013 unter regem Interesse stattgefunden. Etwa 20 TeilnehmerInnen hatten sich aufgemacht, mehr über kommunalpolitische Strukturen zu erfahren, um ggf. selbst aktiv zu werden.

Der Workshop begann mit einer Begrüßungsrede des Bielefelder Oberbürgermeisters Pit Clausen, der in seiner Ansprache seine Wertschätzung für das Projekt betonte: „In Bielefeld leben Menschen aus 160 Nationen. Die Vielfalt der Bevölkerung schafft Aufgaben und Chancen. Ohne die Bürgerinnen und Bürger mit Zuwanderungshintergrund wäre Bielefeld um 100.000 Menschen kleiner und ärmer. Gerne ermutige ich sie, sich politisch zu engagieren und ein kommunales Mandat anzustreben. Deshalb finde ich auch den Workshop klasse.”

Das Kooperationsprojekt der Grünen Alternative in den Räten NRW (GAR NRW kommunal-politische Vereinigung) und der Heinrich Böll Stiftung NRW (HBS NRW) startete im Dezember des Vorjahres mit einer Auftaktveranstaltung. Ziel des Projektes ist, die Repräsentation von Menschen mit Migrationshintergrund in der Kommunalpolitik entsprechend ihres Anteils in der Bevölkerung zu schaffen. Bei dem Workshop, der von Jens Burnicki (Kommunikationswissenschafler) moderiert wurde, waren ExpertInnen aus der Lokalpolitik eingeladen, ihre Erfahrungen und ihr Wissen mit den TeilnehmerInnen zu teilen. Während Lisa Rathsmann-Kronshage (Fraktionssprecherin B90/Die GRÜNEN in Bielefeld) und Klaus Rees (Geschäftsführer und Ratsmitglied B90/Die GRÜNEN in Bielefeld) vom Alltag einer Fraktion in der Kommunalpolitik berichteten, teilte Ayşe Özdemir ihre Erfahrungen als stellvertretende Parteisprecherin von B90/ Die GRÜNEN und berichtete, wie sie zur Politik kam. Auch Eyüp Odabaşı (Ratsherr B90/Die GRÜNEN in Bünde und Vorsitzender des Integrationsrates ebenda) teilte seine persönlichen Erfahrungen mit den TeilnehmerInnen. Darüber hinaus erfuhren sie, wie kommunalpolitische Strukturen aufgebaut sind und an welcher Stelle man seine Anliegen platzieren sollte.

Die Modell-Workshop-Phase wird mit dem letzten Workshop am 01.06.2013 in Köln beendet werden. Im Anschluss daran wird es möglich sein, den Workshop durch Ratsfraktionen in die eigene Kommune zu bestellen. Auch die Bestell-Workshops, werden für die TeilnehmerInnen kostenlos angeboten. Weitere Informationen und Beratung gibt es unter www.gar-nrw.de oder unter 0211.38476.15.


 

Stimmen der TeilnehmerInnen:

„Das Bielefelder ‘Café International´ – ein Projekt der AG Migration – wurde charmant in das Konzept des Modell-Workshops integriert und bot, wie jeden ersten Samstag im Monat, den TeilnehmerInnen die Möglichkeit sich bei Chai und Gebäck besser kennen zu lernen und zu vernetzen.”

Jens Burnicki, Moderator und Sprecher der „AG Migration” Bündnis90/Die GRÜNEN Kreisverband Bielefeld

„Nicht einmal jedes zwanzigste Ratsmitglied in Deutschland hat einen Migrationshintergrund, obwohl inzwischen etwa jeder fünfte in Deutschland lebende Mensch einen Migrationshintergrund hat. Aus demokratietheoretischer Sicht, gilt es daran etwas zu ändern. Wir wollen keine Sonderwege für eine Bevölkerungsgruppe stärken, sondern sie für die grundlegendste demokratische Beteiligungsebene gewinnen: den Stadtrat und die allgemeine lokale Parteipolitik.”

Gönül Eğlence, Referentin für Bildung der GAR NRW

„Ich fand den Workshop sehr informativ. Ihr habt eine gute Mischung aus formellen und in-formellen Teilen hinbekommen, so dass gute Gespräche in den Pausen möglich waren. Es war ein guter Anfang für “die Kommune wird vielfältig”. Wir sollten an dem Thema weiter machen und noch mehr neue Leute dazu gewinnen. Ich fand auch gut, dass dieses Vorhaben durch den Oberbürgermeister eine Würdigung erfahren hat.”

Nilgün Isfendiyar, Teilnehmerin

„Mit dem Modellworkshop in Bielefeld wird ein Projekt auf den Weg gebracht, das über eine reine Debatte um mangelnde Partizipationsmöglichkeiten und Unterrepräsentanz der Bevölkerungsteile mit Migrationshintergrund im politischen Entscheidungsprozess hinausgeht. Diese Bevölkerungsgruppe gilt es für die grundlegendste demokratische Beteiligungsebene zu gewinnen: den Stadtrat und ein politisches Engagement.”

Lisa Rathsmann-Kronshage, Fraktionsvorsitzende Bündnis90/Die GRÜNEN im Bielefelder Rat

„Gute Gelegenheit zur Vernetzung und zum Kennenlernen. Beim nächsten Mal vielleicht noch bisschen Arbeit in kleineren Gruppen und wenn wir es dann auch noch schaffen, mit der Werbung noch ein paar mehr bisher nicht politisch Aktive anzusprechen, passt das Konzept.”

Marianne Weiß, Geschäftsführerin Bündnis90/Die GRÜNEN Kreisverband Bielefeld