Koalition kritisiert Sekundarschulen-Schließung

Veröffentlicht am / Abgelegt in: Presse, Ratsfraktion

Group of children posing isolated in white

Die Koalition aus SPD, GRÜNEN und der Ratsgruppe Bürgernähe/PIRATEN hat die Entscheidung des Vorstands der von Bodelschwinghschen Stiftungen (vBS) als „fatales Signal“ bezeichnet. Bethel hatte in der vergangenen Woche überraschend verkündet, die erst 2013 eröffnete, überaus erfolgreiche Sekundarschule zu schließen und das mit Geldmangel begründet. Die Stiftung könne nur 10 Millionen Euro in die notwendige Sanierung ihrer Schulgebäude investieren; nötig seien aber 20 Millionen.

„Die Entscheidung ist gelinde gesagt irritierend“, kritisiert Thomas Wanderleb, schulpolitischer Sprecher der SPD. „Bethel stellt uns völlig überraschend vor vollendete Tatsachen. So geht man nicht mit Partnern um. Dass ein Ersatzschulträger sich so überraschend zurückzieht ist ein beispielloser Vorgang.“

„Es ist mehr als bedauerlich, dass Bethel die Prioritäten so gesetzt hat, dass mit der Schließung der Sekundarschule längeres gemeinsames Lernen, Inklusion und Kinder ohne gymnasiale Empfehlung auf der Strecke bleiben “, betont Gerd-Peter Grün, schulpolitischer Sprecher der GRÜNEN. „Gerade in diesen Feldern sollte Bethel Verantwortung übernehmen“. Deshalb fordert die Koalition die vBS auf Gespräche mit der Stadt zu führen mit dem obersten Ziel, die Sekundarschule dauerhaft zu erhalten.

Eine breite politische Mehrheit des Schulausschusses hatte erst vor wenigen Monaten beschlossen, eine städtische Sekundarschule zu gründen. Denn Eltern wünschen sich integrierte Schulformen wie die Sekundarschule mit längerem, gemeinsamem Lernen, die auch ein wichtiger Schritt in Richtung Bildungsgerechtigkeit sind. „Wenn Bethel wirklich einen Rückzieher macht, wirft das die Schulentwicklung in Bielefeld zurück“, erklärt Gordana Rammert, schulpolitische Sprecherin der Ratsgruppe Bürgernähe/PIRATEN. „Das mindeste, was wir erreichen müssen ist, dass Bethel die Sekundarschule noch ein weiteres Jahr erhält – bis wir Eltern und ihren Kindern in der städtischen Sekundarschule eine Perspektive bieten könne.“

Auch wenn die Stadt keine Finanzmittel für die Sanierung der Schulgebäude in Bethel zur Verfügung stellen kann, ist sie zu Gesprächen bereit.