09/09: Dezentrale Energieerzeugung durch die Stadtwerke Bielefeld


Veröffentlicht am / Abgelegt in: Ratssitzung

Antrag zu Ratssitzung am 08.10.2009:

  1. Die Stadtwerke Bielefeld werden gebeten, ein Konzept für eine dezentrale Energieversorgung der Stadt Bielefeld mit kleinen Blockheizkraftwerken zu erarbeiten und dem Aufsichtsrat sowie dem Rat der Stadt Bielefeld vorzulegen.
  2. Das Konzept soll mit einem Investitionsplan und einem Realisierungsplan unterlegt werden.
  3. Das Konzept soll unter Einbeziehung der BGW und ggf. weiterer Wohnungsgesellschaften erarbeitet werden.

Begründung:
In den nächsten Jahren müssen wichtige Weichenstellungen für die Zukunft der Stadtwerke vorgenommen werden. Das Ziel, den in Bielefeld von Industrie, Handel, Gewerbe und Haushalten verbrauchten Strom auch weiterhin durch die Stadtwerke erzeugen zu lassen, ist politisch unstrittig. Die heutigen Erzeugungskapazitäten des AKW Grohnde und der Kraftwerke in Veltheim müssen in den nächsten zehn Jahren ersetzt werden. In Veltheim neue Kraftwerke auf der Basis von Gas oder Kohle zu bauen, widerspricht dem Anspruch auf hohe Energieeffizienz. Denn in der Nähe von Veltheim gibt es keine nennenswerten Wärmeabnehmer, so dass ein Betrieb in Kraft-Wärmekopplung dort nicht möglich ist. Sinnvoller ist es, Strom und Wärme verbrauchsnah zu produzieren.

Der Ökostromanbieter Lichtblick und VW zeigen mit ihrem Vertrag über die Installation von 100.000 kleinen Blockheizkraftwerken in Hamburg den Weg. Durch eine Vernetzung vieler kleiner Anlagen kann eine dezentrale Stromerzeugungskapazität in großem Umfang aufgebaut werden, die nachfrageangepasst sehr flexibel und mit hoher Energieeffizienz eingesetzt werden kann.

Die Stadt Bielefeld hat mit der BGW ein Tochterunternehmen mit vielen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern. In Kooperation mit der BGW, aber möglicherweise auch mit weiteren Wohnungsgesellschaften kann es gelingen, in wenigen Jahren dieses Konzept umzusetzen und eine dezentrale Erzeugungskapazität in einem großen Umfang zu schaffen. Die Einbeziehung weiterer Partner sollte ausdrücklich mitgedacht werden.

Es gilt das gesprochene Wort!