GRÜNE schockiert über Homophobie in der Lokalpresse

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Mit großem Erschrecken nahmen wir die Kolumne „Unser Töchter schützen“ in der OWL am Sonntag zur Kenntnis, in der Psychologin Barbara Eggert offen homophob auf die ebenso homophoben Äußerungen des besorgten Lesers „Bernhard“ eingeht.

„Eine so direkte und unverhohlene Stigmatisierung einer homosexuellen Beziehung als anormal in der Presse zu erleben, empfinde ich schlicht als beängstigend“, äußert sich Grünen-Sprecherin Ruth Wegner. Besonders erschreckend sei dabei, dass eine Psychologin mit vermeintlicher Expertise homophobe Positionen unter dem Deckmantel falsch verstandenen Kindesschutzes legitimiert und verstärkt.

Dass die Kolumne ausgerechnet am Internationalen Tag gegen Homophobie so offen schwulen- und lesbenfeindlich ausfällt, lässt sich schwerlich als Zufall deuten. Tatsächlich kann die Stellungnahme des Westfalen Blattes, zu dem die OWL am Sonntag gehört, vom 19.5. diesen Eindruck nicht widerlegen. Zwar teilen wir die Einschätzung der „gravierende[n] journalistische[n] Fehlleistung“. Doch leider wird diese wiederholt, indem das WB Frau Eggert erneut ein Forum für ihre fragwürdigen Ausführungen bietet. Nein, es ist nicht intolerant, Menschen, die ein Problem mit Homosexualität haben, darauf hinzuweisen, dass der Fehler bei ihnen liegt und nicht bei denjenigen, die nicht ihrem heteronormativen Muster entsprechen. Die Psychologin hätte genau dies aufgreifen sollen. Sie hätte „Bernhard“ aufzeigen müssen, wie er seinen Töchtern begegnen und Akzeptanz für andere Lebens- und Beziehungsformen als die ihrer Eltern schaffen kann.

Dominic Hallau, Sprecher der Grünen Bielefeld, erklärt in Bezug auf die Stellungnahme von WB-Redaktionsleiter Ulrich Windolph: „Ich bin ehrlich entsetzt, wie Herr Windolph erläutert, er halte die Entscheidung der Eltern, ihre Töchter von der Verpartnerung fernzuhalten, für legitim. Wenn die Eltern ihren Töchtern offenbar den für sie hohen Wert der Ehe vermitteln konnten, ohne sie aus ihrer Sicht zu früh mit Sexualität zu konfrontieren, ist es nicht nachvollziehbar, warum dies bei der Verpartnerung des Onkels nicht möglich sein sollte. Diese klischeehafte Reduzierung homosexueller Beziehungen auf Sex, die auch Herr Windolph nicht hinterfragt, kann ich nur als diskriminierend und rückständig bezeichnen.“

Frau Eggerts Kolumne und die Reaktion des Westfalen Blattes zeigen, dass noch viel für eine offene, tolerante und anerkennende Gesellschaft, die diskriminierende Herabwürdigungen Homosexueller überwunden hat, zu tun bleibt. Die Grünen werden beharrlich ihre Arbeit für die gleichberechtigte Anerkennung homosexueller Beziehungen und die Auflösung der gesellschaftlich vorherrschenden Heteronormativität fortsetzen.

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