Chancen für Kulturhaus nutzen

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Biblio 3Die GRÜNE Ratsfraktion hat sich mit Künstler*innen und Kreativen die alte Stadtbibliothek angeschaut und über die Potenziale und Schwächen des Gebäudes informiert.

Manch einer hat mit offenem Mund gestaunt und den großartigen Ausstellungsraum in der ehemaligen Stadtbibliothek bewundert: den 50er Jahre Charme, die Weite, das Oval der gläsernen Decke und vor allem das Licht. Und viele haben sich gefragt, was in diesen Räumen passiert, wenn die als Zwischennutzung derzeit laufende Ausstellung „Fotokunst im Kontext“ im Dezember endet. Kann das Gebäuude für weitere Ausstellungen genutzt werden? Oder ist es nicht sogar mitten in der Stadt der ideale Standort für ein „Kulturhaus“, in dem Künstler*innen und Kreative arbeiten, sich zeigen, sich vernetzen oder auch Beratung finden.

Fragen, die sich nur mit mehr Informationen beantworten lassen. Deshalb informierten sich die GRÜNE Ratsfraktion und Kreative vor Ort bei Mitarbeitern des Immobilienservicebetriebs (ISB). Der ISB hatte das Gebäude im Sommer mit einem mehr 20 Seiten langem Exposé angeboten. Da steht auch drin, dass die Sparkasse nicht gerade verkaufsfördernde Sondernutzungsrechte auf sieben Wohnungen hat – bis zum Jahr 2027. Trotzdem haben sich schon Kaufinteressenten gemeldet. Einige hat der ISB durchs das knapp 6.000 Quadratmeter große Objekt geführt wie jetzt die GRÜNEN Besucher*innen und die Kreativen.

Die stiegen in den zweiten Stock und konnten so von oben einen Blick auf das Glasdach werfen. Auch hier 50er Jahre, einfaches Glas, verkittet in Metallrahmen. All das sei nur mit viel Geld instand zu setzen, versicherte ISB-Betriebsleiter Jürgen Bültmann. Museumsreif ist auch die Technik im Keller, die mit den vielen Drehrädern an einen Maschinenraum des späten 19. Jahrhunderts erinnert. Und dann noch auf vier Etagen unzählige Räume, Büros und sogar einen Sitzungssaal. Viele stehen schon lange leer, obwohl hier doch vieles möglich sein müsste. Die großen Probleme seien der bauliche Brandschutz und fehlende Fluchtwege, bremste das ISB-Team. Allerdings: Diese Probleme sollen zumindest im Erdgeschoss gelöst werden, wenn die Bürgerberatung wie angedacht vorübergehend dort einziehen sollte.

Ob es dazu kommt, wird sich in Kürze zeigen. Denn dann ist klar, ob es ernsthalte Kaufinteressenten für die Immobilie gibt, sagte Jürgen Bültmann. Dabei wirkt er nicht gerade optimistisch aus. Im Gegensatz zu den GRÜNEN und Kreativen. „Warum nicht Räume nutzen, während unten die Bürgerberatung arbeitet“, fragt Klaus Rees. „Der Brandschutz richtet sich auch nach der Nutzung. Man muss ja keine Veranstaltungen mit 200 Leuten machen, weil dann die Versammlungsstättenverordnung mit besonderen Sicherheitsauflagen gilt.“ Auch die Kosten für eine (Zwischen-)Nutzung sind kein Totschlagargument. Schließlich kostet das Gebäude dem ISB auch leerstehend Geld, weil es unterhalten und geschützt werden muss.

Es lohnt sich also über die Zukunft der Immobilie zu diskutieren. GRÜNE und Kreative wollen sich im November wieder treffen und dann brainstormen, wie Künstler*innen und Kulturschaffende die ehemaligen Stadtbibliothek zwischennutzen können und wie es mit der Idee von einem Kulturhaus weiter gehen kann. Denn selbst wenn die ehemalige Stadtbibliothek verschlossen bleiben sollte, gäbe es Alternativen – die alten Standorte der Fachhochschule zum Beispiel. Bei Interesse einfach melden unter gruene.rat@bitel.net.