Gymnasium am Waldhof: Denkmalschutz und Bildung harmonieren

haus des handwerks

Die GRÜNE Ratsfraktion hat lange für eine nachhaltige Lösung bei der Erweiterung des „Gymnasium am Waldhof“ (GAW) geworben. Und damit auch für den Erhalt des „Haus des Handwerks“ (HdH) und seine schulische Nutzung gekämpft. Es hat sich gelohnt: Das HdH gehört inzwischen der Stadt Bielefeld, es ist denkmalgeschützt – und in drei Räumen lernen seit diesem Schuljahr Schüler*innen der Oberstufe.

„Die Unterbringung der ersten Schulräume im Haus des Handwerks ist ein voller Erfolg und eine späte, aber klare Bestätigung unserer Position“, sagt Thomas Krause, stadtentwicklungspolitischer Sprecher der Ratsfraktion. „Wir haben von Beginn an davor gewarnt, sich durch die vermeintliche Einfachheit eines Abrisses verführen zu lassen. Dieser Schritt belegt eindrucksvoll, dass ein zeitgemäßer Lernort und der Schutz wertvoller Bausubstanz keine Gegensätze sind, sondern gemeinsam eine nachhaltige Lösung bilden können. Angesichts des Klimawandels, endlicher Ressourcen und auch begrenzter finanzieller Mittel darf die Stadt nicht reflexartig abreißen, sondern muss bestehende Strukturen kreativ, ökologisch und wirtschaftlich nutzen.“

Krause lobt den städtischen Immobilienservicebetrieb, der sich intensiv mit dem HdH befasst und eine schulische Teilnutzung in nur etwas mehr als einem halben Jahr nach Erwerb der Immobilie möglich gemacht hat. So wird die große Raumnot des GAW kurzfristig gelindert. Allerdings: Die drei Räume im HdH sind eine für zwei Jahre genehmigte Übergangslösung. Weitere Teile des Gebäudes sind unter anderem aufgrund statischer und brandschutztechnischer Herausforderungen bislang nicht schulisch nutzbar. Ab Mai kommenden Jahres wird ein zusätzliches, zweigeschossiges Holzraummodul mit acht Klassenräumen dem vierzügigen GAW mehr Platz bieten.

„Die Entwicklung ist ein wichtiges Signal für die gesamte Stadtentwicklung: hier wird Nachhaltigkeit, Denkmalschutz und moderne Bildungspolitik verwoben und erhält Vorrang vor kurzsichtigen Planungsansätzen“, sagt Krause. „Wir fordern die Stadtverwaltung auf, ausstehende Prüfungen und die weiteren Planungen zügig voranzutreiben und dabei Schule und Eltern wie bisher eng einzubinden. So schaffen wir klimabewusste und ressourcenschonende Schulsanierung der Zukunft. Ein moderner Schulstandort im Denkmal als lebendiger Teil der Geschichte Bielefelds.“ 

Hintergrund: Die GRÜNE Ratsfraktion hatte bereits vor dreieinhalb Jahren eine ergebnisoffene Planungswerkstatt gefordert, um Alternativen zum Abriss des Hauses des Handwerks zu prüfen. Die Bauarbeiten für den zusätzlichen Ausbau mit Erweiterung, beginnend mit der Sanierung der Sporthalle, sind für das Jahr 2027 angesetzt.