GRÜNE Fraktion fordert Fortschritte für ein Azubi-Wohnheim und bezahlbares Wohnen für Auszubildende in Bielefeld
Die Grüne Ratsfraktion hat für die kommenden Sitzungen des Sozial- und Gesundheitsausschusses sowie des Stadtentwicklungsausschusses eine Anfrage zum aktuellen Umsetzungsstand für junges Wohnen und einem Azubi-Wohnheim in Bielefeld gestellt. Fast 1,5 Jahre nach dem gemeinsamen Prüfauftrag der Koalition im Rat der Stadt Bielefeld möchten die Grünen wissen, welche konkreten Fortschritte bei diesem wichtigen Projekt für junge Menschen erzielt wurden.
Dominic Hallau, Co-Fraktionsvorsitzender, betont die Dringlichkeit des Vorhabens: „Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist ein wichtiger Baustein für die Attraktivität des Ausbildungsstandorts Bielefeld. Wir müssen jungen Menschen, die eine Ausbildung beginnen möchten, auch eine Perspektive beim Thema Wohnen bieten. Das gilt besonders für diejenigen, die für ihre Ausbildung nach Bielefeld ziehen möchten. Das merke ich im Austausch mit meinen Auszubildenen im Betrieb täglich. “
Die Ratsfraktion möchte mit ihrer Anfrage nicht nur den aktuellen Umsetzungsstand erfahren, sondern auch wissen, welche weiteren Projekte und Kooperationen für junges Wohnen in Bielefeld geplant sind. Besonders wichtig ist den Grünen dabei, wie allen Zielgruppen für Azubi-Wohnen, wie zum Beispiel Azubis in der Jugendhilfe ermöglicht werden kann.
Der sozialpolitische Sprecher der Grünen Ratsfraktion, Joachim Hood, erläutert: „Eine Ausbildung ist für viele junge Menschen der erste Schritt in die Selbstständigkeit. Dazu gehört auch das eigenständige Wohnen. Mit einem Azubi-Wohnheim könnten wir nicht nur den Fachkräftemangel bekämpfen, sondern auch jungen Menschen aus unterschiedlichen sozialen Hintergründen die Chance geben, in Bielefeld Fuß zu fassen. Das Kooperationsprojekt am Lipper Hellweg oder die Stiftung Azubiwerk in Hamburg machen Projekte mit sozialarbeiterischer Betreuung schon vor.”
Der im Januar 2024 gestellte Prüfauftrag umfasst die Untersuchung von Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten, die Suche nach einem geeigneten Standort mit guter ÖPNV-Anbindung, die Entwicklung eines tragfähigen Konzepts sowie die Identifizierung möglicher Träger für das Azubi-Wohnheim. Auch Übergangslösungen, wie die Öffnung bestehender Studierendenwohnheime für Auszubildende, sollen geprüft werden.
Dominic Hallau ergänzt aus dem DGB Ausbildungsreport: „Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Laut DGB-Ausbildungsreport möchten zwei Drittel der Auszubildenden in einer eigenen Wohnung leben, aber nur 23 Prozent schaffen tatsächlich den Auszug aus dem Elternhaus. Ein Azubi-Wohnheim kann hier eine wichtige Lücke schließen.“
Die Grüne Ratsfraktion hofft auf konkrete Antworten in den anstehenden Ausschusssitzungen am 24.06.2025 und 01.07.2025 und wird das Thema weiterhin aktiv begleiten, um zeitnah Fortschritte für junge Menschen in Ausbildung zu erzielen.