Hitzesommer, Baumdurst löschen!

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Bielefelder Baumpatenschaften und was wir sonst noch für unsere Bäume tun können

Ein Sommer wie im Bilderbuch. Da macht es Spaß ins Freibad zu gehen, Eis zu essen oder im Schatten zu dösen. Eine „Schattenseite“ dieser Sommer, die in der Zukunft durch den Klimawandel häufiger auftreten werden, sind die fehlenden Niederschläge. Pflanzen vertrocknen, Bäume verlieren bereits im Sommer vor lauter Hitzestress ihre Blätter, kurz: Die Natur dürstet nach Wasser.

Dauert die Trockenphase zu lange an, sieht man das den Bäumen an. Die Blätter hängen herab, junge Zweige werden schlaff. Bleibt die Wasserzufuhr weiter aus, werden die Blätter braun und vertrocknen, Obstbäume werfen ihre Früchte vorzeitig ab. Spätestens jetzt ist es höchste Zeit, den Baum regelmäßig zu wässern.

Dabei brauchen nicht nur die Bäume im heimischen Garten in Hitzesommern Hilfe. Gerade die städtischen Straßenbäume leiden, in ihrem oft nicht gerade baumfreundlichen Umfeld, unter dem ausbleibenden Regen besonders. Straßenbäume verfügen meist über wenig Platz unter der Erdoberfläche und das meiste Regenwasser fließt über die versiegelten Flächen direkt in die Kanalisation. Das Klima in der Stadt ist zudem heißer und die Stadtbäume sind weiteren Stress-Faktoren wie Abgasen und Hundeurin ausgesetzt.

Junge und neu gepflanzte Bäume leiden übrigens besonders schnell unter Hitzesommern und Wassermangel. Ihr Wurzelwerk reicht noch nicht so tief, darum können sie keine Feuchtigkeit aus tieferen Erdschichten ziehen. Erst nach etwa zehn Jahren haben Bäume ausreichend tiefe Wurzeln gebildet, um auch tiefer im Boden gespeichertes Wasser zu erreichen.

Der Umweltbetrieb der Stadt Bielefeld befindet sich derzeit im Baumgieß-Dauereinsatz und freut sich über Bielefelder*innen, die beim Wässern der Bäume „mit anpacken“.

Wie viel Wasser braucht mein Baum?

Beim Wässern von Bäumen gilt die Devise: klotzen statt kleckern, lieber einmal viel, als ständig kleine Mengen gießen. Kleine Mengen verdunsten, ohne dass etwas bei den tieferen Wurzeln angekommen ist. Ausgewachsene, große Bäume brauchen 100 Liter Wasser, bei jungen Bäumen reichen auch 60 Liter – und das alle zwei bis drei Tage. Zur Orientierung: Ein normaler Eimer fasst rund zehn Liter. Wer auf keinen Gartenschlauch zurückgreifen kann, hat beim (Straßen-) Baumgießen also ordentlich zu schleppen. Hier macht es Sinn, sich mit mehreren Leute zusammen zu tun – quasi eine nachbarschaftliche Gießgruppe zu bilden. Zusammen machts einfach mehr Spaß.

Wann ist die beste Tageszeit für eine Bewässerung?

Optimalerweise erfolgt die Bewässerung früh morgens. Dann ist es draußen noch recht kühl. Es verdunstet weniger Gießwasser und die Erde kann die Feuchtigkeit besser aufnehmen. Beim abendlichen Gießen ist die Erde von der Hitze des Tages ausgetrocknet und sehr warm. Sie nimmt darum schwerer Wasser auf, zudem geht auch noch viel Gießwasser durch Verdunstung verloren.

Regenwasser statt Trinkwasser

Beim Gießen der Bäume sollte auch auf die Herkunft des Wassers geachtet werden. Beim Verbrauch größerer Mengen macht der Einsatz von Regen- und bereits genutztem Haushaltswasser Sinn. Gerade in Zeiten von Wasserknappheit ist auch Trinkwasser eine endliche Ressource. Regentonnen, Zisternen oder Brunnen sind ideal geeignet, um Regenwasser zu nutzbar zu machen. Wer die Möglichkeit hat, sollte darauf zurückgreifen.

Baumschutz plus – Baumpate werden!

Wer noch mehr für die Bielefelder Bäume tun möchte, kann eine Patenschaft für einen städtischen Baum übernehmen. Zusätzlich zum Gießen im Bedarfsfall darf auch der Platz unter dem Baum gestaltet werden: Weg mit achtlos hingeworfenem Unrat, her mit baumfreundlicher Bepflanzung mit einjährigen Blumen und insektenfreundlichen Stauden. Vielleicht noch ein Vogelhäuschen in den Baum hängen? Weitere Infos zur Baumpatenschaft: http://www.bielefeld.de/de/un/uagrfr/bpat/

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