10.10.2013: Integration durch Sport

Veröffentlicht am / Abgelegt in: Positionen & Meinungen

Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cacha (Universität Bielefeld, Abteilung für Sportwissenschaft), Dr. Michael Vesper (Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes) und VertreterInnen aus Bielefelder Sportvereinen

Wann: Donnerstag, 10. Oktober 2013 ab 18:00 Uhr
Wo: Theaterlabor auf Tor 6, Hermann-Kleinewächter-Straße 4, 33602 Bielefeld

Moderation: Lina Keppler (Ratsmitglied der GRÜNEN Ratsfraktion in Bielefeld) & Jens Burnicki (Vorstandsmitglied BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in Bielefeld)

Die Ratsfraktion Bielefeld lädt ein zur Podiumsdiskussion: „Integration durch Sport”. Gemeinsam mit den Gästen und VertreterInnen aus lokalen Sportvereinen werden Prof. Dr. Christa Kleindienst-Cachay von der Universität Bielefeld und Dr. Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), die Integrationskraft von Sportvereinen genauer beleuchten.

Migration-Plakat PrintEin paar Fakten vorab: Es gibt in Deutschland über 91.000 Sportvereine. Man findet sie in jeder Stadt, meist ganz in der Nähe. 9,3 % oder auch 2,6 Millionen der Sportvereinsmitglieder haben einen sogenannten Migrationshintergrund. In 30 % der Sportvereine sind auch Personen mit Migrationshintergrund ehrenamtlich engagiert. 18 % der Vereine haben ehrenamtliche Vorstandsmitglieder mit Migrationshintergrund (Quelle: Sportentwicklungs-bericht 2009/2010, Breuer, Köln 2011).

Dr. Christa Kleindienst-Cachay stellt im Rahmen der Veranstaltung die Ergebnisse ihrer empirischen Untersuchung in Bielefeld zum Thema „Sport und Integration” vor. Wie werden SportlerInnen im Verein in kommunikative Netzwerke eingebunden? Welche Effekte haben Sportvereine in den bedeutsamen Bereichen „Sprache”, „Bildungskarriere” und „Arbeitsmarkt”? Dazu Kleindienst-Cachay: „Zur integrativen Wirkung des Sports gehören auch die Erfahrungen von gegenseitiger Wertschätzung und Anerkennung sowie von sozialer Unterstützung in verschiedenen, oft auch konflikthaften Lebenslagen; ebenso der Abbau von sozialer Distanz, zwischen MigrantInnen und Einheimischen, die als größtes Hemmnis auf dem Weg zur Integration gesehen wird.”

Dr. Michael Vesper berichtet über das gleichnamige Programm „Integration durch Sport” des DOSB. Es wird auf Landesebene eigenverantwortlich von Landes- und Regionalkoordinationen umgesetzt, die die Sportvereine, Netzwerkpartner und freiwillig Engagierten an der Basis in ihrer Integrationsarbeit konzeptionell, planerisch und organisatorisch unterstützen. Partner des Programms sind das Bundesministerium des Innern (BMI) und das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

Diese aktuellen Befunde werden durch konkrete Beispiele aus Bielefelder Sportvereinen ergänzt. Die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung sind herzlich dazu eingeladen sich an dieser Diskussion zu beteiligen.

Sport hat auch in unserer Stadt eine große Bedeutung bei der Überwindung von kulturellen und nationalen Grenzen, indem er gemeinsame Erfahrungen und Erfolge ermöglicht. In Anbetracht der gesellschaftlichen Veränderungen mit gravierenden sozialen und kulturellen Wandlungsprozessen ist auch der Sport vor Ort aufgerufen, sich weiterhin konstruktiv den aktuellen Herausforderungen zu stellen.