Streusalz? – Es geht auch anders!

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Des einen Freud, des anderen Leid. Kaum hat es das erste Mal zum Jahresende hin geschneit, stellt sich wieder die Frage: Wer ist fürs Räumen der Wege verantwortlich, wie werden diese schnell und einfach wieder begehbar und welche Mittel führen hier schnell zum (umweltfreundlichen) Erfolg?

Die Zuständigkeit für die Wege und deren Begehbarkeit liegt in der Verantwortung der Grundstückseigentümer – häufig wird diese bei vermieteten Objekten auf die MieterInnen übertragen. Gute Dienste, um die Gehwege besser begehbar zu machen, leisten Schneeschieber oder -kratzer. Falls das nicht ausreicht, muss zusätzlich noch auf sogenanntes Streugut zurückgegriffen werden. Hier besteht die Auswahl zwischen Abstumpfungsmitteln, wie Splitt und Sand, oder Auftaumitteln wie Streusalz, die den Gefrierpunkt herabsetzen.

Letztere bereiten Probleme, da sie den Boden versalzen, ins Grundwasser gelangen und aggressiv auf vielerlei Stoffe, wie z.B. Leder, Metall aber auch Hundepfoten wirken. Aus diesem Grund sollte den abstumpfenden Mitteln auf jeden Fall der Vorzug gewährt werden und zusätzlich ist auch der Einsatz von Streusalz auf Bielefelder Gehwegen grundsätzlich nicht erlaubt. Lediglich für den Fall, dass abstumpfende Mittel nicht den gewünschten Erfolg zeigen (Eisglätte, starkes Gefälle), kann ein Auge zugedrückt werden.

Trotzdem greifen immer noch viele BürgerInnen regelmäßig lieber zur Salztüte anstatt zur abstumpfenden Alternative – Gründe, warum dem so ist, finden sich viele: „Von wirkt schneller.”, „Hält länger.” und „Habe ich immer schon so gemacht.” Sind hier einige der gängigsten Antworten.

Dabei gibt es außer dem Umweltschutz noch andere gute Argumente, seine Gewohnheiten vielleicht doch umzustellen. Abstumpfendes Streugut ist in haushaltsüblichen Mengen kostenlos: Splitt wird von den Betriebshöfen des Umweltbetriebes kostenlos ausgegeben und lässt sich mehrere Jahre nach dem Zusammenfegen im Frühjahr wiederverwenden. Sand findet sich im Sandkasten des nächsten Kinderspielplatz (dieser wird im kommenden Frühjahr wieder mit frischem Sand aufgefüllt).

Also: Nicht über den salzstreuenden Nachbarn ärgern, sondern einen netten Schnack mit ihm halten – und ihm vielleicht einfach ein Tütchen Sand vom nächsten Spielplatz mitbringen.