Die Koalition aus SPD, GRÜNEN und LINKEN hat sich im Schulausschuss dafür ausgesprochen, weniger Mehrklassen zu bilden (Antrag).
Dazu Lisa Brockerhoff, schulpolitische Sprecherin: „Ich verstehe, dass Eltern enttäuscht sind, wenn sie an ihrer Wunschschule keinen Platz für ihr Kind bekommen. Deshalb fiel uns die Entscheidung nicht leicht, die vorgeschlagenen Mehrklassen an zwei Realschulen in Mitte abzulehnen.
Eltern entscheiden ganz individuell für ihr Kind. Unsere Aufgabe ist aber, das gesamte Schulsystem der Stadt im Blick zu haben – und dabei auch über die fünften Klassen hinauszuschauen. In den Jahrgängen 7, 8 und 9 müssen viele Schüler*innen die Schule wechseln, auch weil sie die Lernziele nicht erreichen. Das ist für die einzelnen Schüler*innen eine schlimme Erfahrung. Und auch die aufnehmenden Schulen stellen diese Schulwechsel vor große Herausforderungen. Die Klassen werden größer. Und im schlimmsten Fall müssen die Klassen eines ganzen Jahrgangs aufgebrochen und neu gemischt werden. So mussten in diesem Schuljahr an der Sekundarschule Königsbrügge wegen der vielen neuen Schüler*innen die Klassen des 7. Jahrgangs neu zusammengesetzt werden. In der Martin-Niemöller-Gesamtschule wurden die bestehenden Klassen des 8. Jahrgangs auseinandergerissen.
Eltern, die sich einen Realschulplatz für ihr Kind wünschen, berücksichtigen diese Herausforderungen nicht – und das müssen sie auch nicht. Unsere Aufgabe ist es, das ganze Schulsystem im Blick zu behalten. Wir befürworten allein eine Mehrklasse an der Realschule Heepen. Weil es hier viele Anmeldungen gibt, eine nahe Alternative fehlt und weil wir steuern und gestalten wollen. Es gilt die Schulen in den Außenbezirken zu stärken und die Konzentration auf Mitte etwas aufweichen. Denn wir brauchen alle Schulen in Bielefeld, nicht nur die im Zentrum. Daher hoffen wir, dass wir die Realschule Heepen für eine Mehrklasse gewinnen können“.