Angewandter Naturschutz: Wir lieben Igel!

Im Rahmen einer GRÜNEN Sommeraktion am 13.08.2025 in der Haltestulle in Bielefeld Mitte erklärte Katharina Wiedemann von den Wildtieren OWL e.V. den interessierten rund 50 Besucher*innen, vor welchen Problemen die Stacheltiere aktuell stehen. Die Auffangstationen sind bis zum Anschlag voll mit hilfsbedürftigen Igeln, die durch mangelndes Nahrungsangebot unterernährt oder durch falsche Nahrung krank sind. Einen weiteren großen Teil der Pflegegäste nehmen mittlerweile Igel ein, die Opfer von Gartenpflege geworden sind – sei es durch Motorsensen und Fadenmäher aber auch durch den Einsatz von Mährobotern. Da die Igel bei Gefahr nicht flüchten, stellen Mähroboter, die die Stacheltiere nicht erkennen können, eine immense Gefahr dar.

„Dass Igel durch den Einsatz von Mährobotern verletzt werden, ist absolut vermeidbar.“, so Dominik Schnell von der Grünen Ratsfraktion, „Um Kollisionen und die damit verbunden erheblichen Verletzungen der Igel zu vermeiden, sollten Mähroboter nur tagsüber eingesetzt werden. So kann sichergestellt werden, dass sich Autopilot-Rasenmäher und Igel nicht begegnen. Für kranke, tagaktive Tiere besteht jedoch trotzdem ein Gefahrenpotential. Dessen muss man sich einfach bewusst sein. Auch darüber, dass die Mäher Käfer, Würmer und kleine Schnecken, die Nahrungsgrundlage der Igel, schreddern und kurzgeschorene Rasenflächen, das Blühstadium nicht erreichen und wiederum den Insekten die Nahrung entziehen. Perfektionismus im Garten kills Artenvielfalt.“

Wer Igeln helfen möchte, kann im eigenen Garten einiges tun: Verzicht auf chemische Mittel (auch Schneckenkorn ist nicht unbedenklich), das Anlegen von naturnahen Bereichen mit Laubhaufen, Totholz und heimischen Pflanzen sowie das Schaffen von Durchlässen in Gartenzäunen sind einfache Maßnahmen mit großer Wirkung – für Igel, Insekten und die Artenvielfalt insgesamt.

Damit es zu Hause gleich losgehen konnte, stand bei der Sommeraktion eine große Auswahl heimischer Stauden unter anderem von Stauden Karl und aus diversen „grünen“ Gärten für die Besucher*innen bereit.

„Zwar ist der Sommer nicht die optimale Pflanzzeit,“, so Dominic Hallau, Grüner OB-Kandidat augenzwinkernd, „aber mit ausreichend Gießen passt das schon. Zudem war uns wichtig, dass unsere Besucher*innen nach dem inspirierenden Vortrag der Wildtiere OWL e.V. gleich ins Machen kommen können. Dazu gehörte auch das Angebot mit einfachen Mitteln katzensichere Vogeltränken zu basteln. In Hitzesommern sind nicht nur wir Menschen auf ausreichend Flüssigkeitszufuhr angewiesen, sondern auch die Wildtiere. Da offene Wasserstellen teilweise rar geworden sind, können wir mit frei hängenden Vogeltränken, aber auch mit Wasserschalen für die am Boden lebenden Tiere, mit einfachen Mitteln etwas richtig Gutes für die Natur tun.“, so Dominic Hallau abschließend, der sich, so viel sei verraten, am Abend noch eine selbstgebaute Vogeltränke in seinen Nussbaum gehängt hat.

Ihr wollt mehr zum Thema Igel wissen?
Umfangreiche Informationen findet Ihr hier: https://www.pro-igel.de/

Ihr wollt selbt eine Vogeltränke bauen?
Hier findet Ihr eine gute Anleitung: https://www.nabu.de/imperia/md/content/nabude/verbraucher-tipps/180411-nabu-anleitung_vogelbad.pdf