Klarheit und Verlässlichkeit für Rochdale- und Catterick-Areal gefordert

Rochedale Kaserne Innenhof von oben

Der plötzliche Stopp der geplanten Übertragung der Rochdale-Barracks an die Stadt Bielefeld gefährdet den Bau von dringend benötigtem Wohnraum. „Für viele Menschen in Bielefeld steht das Rochdale- und das Catterick-Areal für die Hoffnung auf bezahlbaren Wohnraum. Dass all diese Planungen jetzt in der Schwebe hängen, ist nicht hinnehmbar“, so Dominic Hallau, Co-Fraktionssprecher der GRÜNEN Ratsfraktion. „Der Bund muss unverzüglich klarstellen, ob er die Flächen wirklich benötigt. Wenn nicht, dann müssen sie freigegeben werden – sofort, nicht in ein paar Jahren. Bielefeld kann sich jahrelangen Stillstand nicht leisten.“ Jeder weitere Monat Stillstand verteuert das Projekt, durch Baupreis-, Zinsanstieg und wegbrechende Förderfenster. Nach abgeschlossener Wettbewerbs- und Vorplanung ist Verlässlichkeit Pflicht, Bund und BImA müssen getroffene Zusagen einhalten.

Hallau erinnert daran, dass die Stadt und viele Engagierte in den vergangenen Jahren erhebliche Mittel und Zeit investiert haben, ein städtebaulicher Wettbewerb ist abgeschlossen: „Wir reden hier nicht über ein abstraktes Projekt, sondern beim Rochdale-Gelände über eine komplette Quartiersentwicklung mit 650 Wohnungen, Kita, Flächen für Gewerbe und Sport. Das alles hat auch positive Auswirkungen auf die Umgebung. Wenn das alles wegen mangelnder Abstimmung auf Bundesebene verloren geht, ist das ein Armutszeugnis für die Planungspolitik des Bundes.“

Auch das größere Catterick-Areal ist betroffen, hier trifft es insbesondere Bundespolizei und Feuerwehr. Der Brandschutzbedarfsplan erfordert einen Neubau; müsste der andernorts entstehen, bliebe nur ein völlig neues Gelände im Außenbereich – mit entsprechenden ökologischen Folgen durch Flächenversiegelung und schlechterer Anbindung. Christina Osei, Landtagsabgeordnete und Co-Fraktionssprecherin, ergänzt: „Wir haben jahrelang mit der BImA verhandelt. Schon zum Zeitpunkt der Verkaufszusage war die dringende Stärkung der Verteidigungsfähigkeit längst bekannt. Umso unverständlicher ist die jetzige Kehrtwende. Menschen wollen sich für das Gemeinwohl engagieren, aber sie brauchen die Gewissheit, dass ihre Anliegen ernst genommen werden, allen voran das Grundbedürfnis nach bezahlbarem Wohnraum. Wohnung ist Daseinsvorsorge: Wer nicht weiß, ob er ein Dach über dem Kopf findet, tut sich schwerer, sich für gesamtgesellschaftliche Aufgaben einzusetzen,“ so die Bürgermeisterin.