Berufskollegs stärken

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Die GRÜNE Ratsfraktion warnt vor einer kritischen Personalsituation an den Bielefelder Berufskollegs.

Die entsteht weil die Gymnasium vom Abitur nach acht Jahren (G8) zum Abitur nach neun Jahren (G9) zurückkehren. Die für die Umstellung von G8 auf G9 nötigen Lehrerstellen hat das Land NRW zwischenzeitlich als sogenannte gymnasiale Vorgriffstellen an Berufskollegs eingesetzt und zieht sie jetzt an die Gymnasien.

„Deshalb werden den Bielefelder Berufskollegs nach unserer Kenntnis zum kommenden Schuljahr 16,5 Stellen fehlen. Hinzukommen weitere 12,5 Stellen von Lehrer*innen, die in den Ruhestand und Rente gehen“, sagt die Co-Fraktionssprecherin Romy Mamerow und betont: „In Bielefeld zeichnet sich eine sehr schwierige Personalsituation ab.“ Das Land NRW verweist darauf, dass die Berufskollegs in Ostwestfalen-Lippe genug Stellen haben. Allerdings nur rein rechnerischer. In Bielefeld wird Personal fehlen, weil hier viele Vorgriffstellen eingesetzt waren. 

Welche Folgen das jetzt für die Bielefeld Berufskollegs hat, wollte die GRÜNE Ratsfraktion mit einer Anfrage klären. Die Stadt verwies allerdings nur auf die Bezirksregierung als Landesbehörde, deren Ziel es sei, eine ausgeglichene Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. „Eine nichtssagende Aussage, die die Folgen bewusst offen lässt“, kritisiert Romy Mamerow. „Dabei ist doch konkret zu befürchten, dass ganze Bildungsgänge entfallen könnten, die für viele junge Menschen den Einstieg in eine Ausbildung ermöglichen. Wer die duale Ausbildung stärken und den Fachkräftemangel etwas entgegensetzen will, darf die Berufskollegs nicht schwächen“.

„Das Land ist hier gefragt“, erklärt Romy Mamerow. Denkbar wären zum Beispiel, dass Lehrer*innen aus anderen Städten der Region, die rechnerisch zu viele Stellen haben, nach Bielefeld versetzt werden. „Die Berufskollegs stellen mit über 16.000 Schüler*innen das größte System zur beruflichen Qualifikation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bielefeld dar. Sie müssen vom Land zuverlässig mit Personal ausgestattet sein“.