Die Einladung konnte zeitlich nicht besser passen: Einen Tag nachdem der Bundestag das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) beschlossen hatte, informierte sich der Arbeitskreis Wirtschaft der GRÜNEN Ratsfraktion bei der Kreishandwerkerschaft über ihre Erfahrungen beim Thema Wärmewende.
Im Gespräch mit den Innungsmeistern für Heizung und Sanitär sowie Elektrik wurde schnell deutlich: Technologieoffenheit allein reicht nicht aus, um die Klimaziele für den Bausektor zu erreichen. Im Gegenteil, es sei zu erwarten, dass sie deutlich verfehlt werden. Entscheidend sei, dass es weiter Förderprogramme gebe. „Für die klimaneutrale Zukunft braucht es klare Regeln und Planungssicherheit“, nimmt Romy Mamerow, Co-Fraktionssprecherin aus dem Gespräch mit und freut sich, dass eine kompetente und kundenorientierte Beratung für die lokalen Handwerksmeister auch ohne gesetzliche Vorgaben selbstverständlich ist.
Weitere Themen waren Ausbildung und Fachkräftemangel, wo es aus Sicht des Handwerks Licht aber auch Schatten gibt. „Bei den Elektrikern ist das Azubi-Ticket jetzt Teil der Ausbildungsvergütung“, sagt Dominic Hallau, Co-Fraktionssprecher und regt an: „Das kann ein Vorbild für viele andere Gewerke sein und macht eine Ausbildung in Bielefeld attraktiv.“ Bedauerlich sei, dass viele gute Nachwuchskräfte nach der Ausbildung die mittelständischen Betriebe verlassen. Gerade für die Umsetzung der Wärmewende komme dem Handwerk jedoch eine Schlüsselrolle zu. „Wenn wir die Wärmewende wollen, braucht es Hände und Köpfe, die sie auf die Dächer und in die Häuser bringt“, stellt Mamerow klar. „Junge Handwerker*innen sollten ähnlich wie Start-ups gefördert werden, wenn sie die Nachfolge kleiner Betriebe übernehmen“, sagt Mamerow. „Dazu braucht es gezielte Unterstützung für Betriebsübernahmen – auch für junge Fachkräfte, die den Meistertitel erst im Zuge der Selbstständigkeit erwerben.“
Das könnte aus Sicht der wirtschaftspolitischen Sprecherin der Grünen Ratsfraktion dazu beitragen, das Handwerk zukunftsfest zu machen. Nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Handwerks suchen bundesweit rund 125.000 Handwerksbetriebe innerhalb von fünf Jahren eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger.