Bielefelds Schulwege könnten sicherer sein. Denn das seit 2024 gesetzlich vorgeschriebene Tempo 30 auf hochfrequentierten Schulwegen wendet die Stadt Bielefeld bisher kaum an.
So gibt es für die Herforder Straße noch keine Sicherungsmaßnahmen, obwohl Schüler*innen von drei Schulen die vierspurige Straße als Schulweg nutzen (Hellingskampschule, Luisen-Realschule und neues Gymnasium).
Lisa Brockerhoff, schulpolitische Sprecherin: „Die Stadt Bielefeld sollte endlich alle schulwegsichernden Möglichkeiten nutzen, die die Straßenverkehrsordnung zulässt. Hier sind CDU und SPD gefragt, nicht nur über Verkehrssicherheit zu sprechen, sondern auch zu handeln.Der große Bedarf wird im Schulmobilitätskonzept mit seinen vielen Handlungsempfehlungen deutlich. Passiert ist aber zu wenig. Wir können nicht länger warten, bis langwierige Planungen und Umbauten abgeschlossen sind, während unsere Kinder täglich eine gefährliche Strecke bewältigen müssen“.
Mehr Sicherheit auf den Schulwegen kann aus Sicht der GRÜNEN mit Pop-up-Maßnahmen schnell erreicht werden, wie sie auch der Verkehrsclub Deutschland (VCD) befürwortet. Dazu gehören Tempo 30 vor Schulen an Straßen mit viel Verkehr, Hinweisschilder zum vorgeschriebenen 1,5-Meter-Seitenabstand, Geschwindigkeitsdisplays und Fahrrad-Piktogramme auf der Fahrbahn. So wird für alle Verkehrsteilnehmer*innen klar, dass hier Schüler*innen auf dem Rad unterwegs sind und Vorsicht geboten ist. Außerdem können gemeinsame Fahrten zur Schule in sogenannten Bicibus-Radfahrgruppen Sicherheit bieten. Alle diese Maßnahmen sollten dann von der Stadt Bielefeld und den Schulen bekannt gemacht werden.
„Radfahrende Schüler*innen gehören auf sichere Radwege,“ betont Dominic Hallau, Co-Fraktionssprecher und verkehrspolitischer Sprecher. „Wenn wir wollen, dass mehr Kinder sicher mit dem Rad zur Schule fahren, müssen wir die Infrastruktur an ihre Bedürfnisse anpassen. Wenn der Platz für einen eigenen Radweg fehlt, müssen wir die vorhandenen Fahrbahnen sicher ausgestalten. Mit der Pop-up Schulwegsicherung schaffen wir eine sofortige Lösung, die den Radverkehr sichtbar macht und den Autoverkehr beruhigt. Das ist ein notwendiger erster Schritt. Die Kinder lernen dabei, sich eigenständig im Straßenraum zu bewegen und gewinnen dabei Selbstvertrauen und Mobilitätskompetenz.“