In der Juni-Sitzung des Stadtrates hat die Grüne Ratsfraktion ein Maßnahmenkonzept zu Klimaanpassung und Hitzeschutz im öffentlichen Raum beantragt.
Dominik Schnell, Ratsmitglied und Vorsitzender im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz: „Die Situation ist in Hitzephasen, wie wir sie aktuell erleben, belastend und manchmal sogar lebensbedrohlich. Deshalb machen wir uns stark für den Gesundheitsschutz der Bürger*innen mit mehr Schatten und Möglichkeiten zur Abkühlung. Die Weiterentwicklung des Hitzeaktionsplans hat trotz der schwierigen Haushaltslage für uns Priorität.“
Die Grünen fordern:
- Sofortige Maßnahmen in der akuten Hitzeperiode für Kitas, Schulen und Ganztagsbetreuung durch zusätzliche Beschattung auf Außenflächen, z.B. durch Sonnensegel, Abkühlung durch Vernebelungsanlagen und Maßnahmen zur Innenraumabkühlung wie frühmorgendliches Lüften, Ventilatoren und Zimmerbrunnen.
- Sofortige Maßnahmen in der akuten Hitzeperiode für öffentliche Plätze durch temporäre Verschattung, Einsatz von mobilen Wassersprengern und Vernebelungsanlagen, Sicherstellung der Verfügbarkeit von Trinkwasser
- Erhalt und Vergrößerung des Stadtbaumbestandes und des innerstädtischen Grüns
- Umsetzung von dauerhaften Beschattungselementen sowie Fassaden-/Dachbegrünung nach dem Vorbild der Wiener Schatten. und Klimaanlagen Verbindliche stadtplanerischen Vorgaben für den öffentlichen Raum und bei der Sanierung öffentlicher Gebäude im Sinne des Hitzeschutzes.
- Auftragen von hitzereflektierender Farbe auf Schulhöfen und Versiegelten Flächen (u.a. Kesselbrink)
- Vereinfachung von Genehmigungen zu Verschattung, Bepflanzung von privaten und öffentlichen Flächen (Außengastronomie) Flächen
„Derzeit ist eine Verlagerung ins Private zu beobachten: Es gibt hitzefrei, Eltern werden gebeten, ihre Kinder frühzeitig aus der Betreuung abzuholen. Das ist in dieser Situation sinnvoll, wenn es möglich ist. Hitzephasen wie diese sind aber unsere neue Realität und werden zukünftig häufiger auftreten. Die Stadt muss ihrer Verantwortung gerecht werden und Sorge tragen, dass öffentliche Gebäude und Plätze darauf vorbereitet sind,“ kommentiert Brigitte Meier, Co-Vorsitzende der Grünen Bielefeld.
„Hinzu kommt die große Herausforderung, auch Wohnungen, Pflegeheime und Co. fit für den Hitzestress zu machen. Wir haben eine Verantwortung, insbesondere für die Verletzlichsten in der Gesellschaft!“
Zum Hintergrund:
Besonders in dicht bebauten Gebieten entstehen Hitzeinseln, in denen die Temperaturen signifikant höher liegen. Davon sind insbesondere vulnerable Gruppen wie Kinder, Senior*innen und Menschen mit (Vor-) Erkrankungen betroffen. laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts sterben in Deutschland jährlich mehrere Tausend Menschen infolge extremer Hitze. Um die thermische Belastung präventiv und dauerhaft zu senken, fordern die Grünen, dass Klimafolgenanpassungen fest in der Stadtplanung verankert werden.
Bäume sind ein zentral für die Abkühlung. Doch laut DUH sind in den letzten sieben Jahren eine Million Bäume aus den Städten verschwunden.