GRÜNE kritisieren Ablehnung eines Nachtfahrverbots für Mähroboter
Die Mehrheit aus CDU und SPD hat im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz einen Antrag der GRÜNEN Ratsfraktion zur Einführung eines Nachtfahrverbots für Mähroboter abgelehnt. Aus Sicht der GRÜNEN wurde damit eine einfache und wirksame Möglichkeit vertan, Igel und andere nachtaktive Kleintiere besser zu schützen. Der Antrag sah vor, dass die Stadt Bielefeld eine Allgemeinverfügung erlässt, die den nächtlichen Betrieb von Mährobotern untersagt. Zahlreiche Kommunen in Deutschland haben entsprechende Regelungen bereits auf den Weg gebracht.
„Mit einem einfachen Beschluss hätte Bielefeld sofort einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten können. Statt Verantwortung vor Ort zu übernehmen, schiebt die Koalition das Thema an den Deutschen Städtetag weiter. Das hilft unseren Igeln aber heute nicht“, erklärt Klaus Feurich-Tobien, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion.
Besonders unverständlich ist aus Sicht der GRÜNEN die Entscheidung der Koalition vor dem Hintergrund der öffentlichen Unterstützung für ein Nachtfahrverbot. Bei einer aktuellen Umfrage der Neuen Westfälischen (Stand: 23. Juni 2026) sprachen sich 99 Prozent der 1.424 Teilnehmenden für eine entsprechende Regelung aus. Auch der Verein Wildtiere OWL e.V. hatte die Ausschussmitglieder im Vorfeld per Anschreiben eindringlich auf die dramatische Situation der Igelpopulationen hingewiesen, die Gefahren durch nachts eingesetzte Mähroboter erläutert und um die Unterstützung eines Nachtmähverbotes gebeten.
Auch der Verweis im Ausschuss für Umwelt- und Klimaschutz auf laufende Beratungen in Berlin greift zu kurz. Dort wird derzeit der Antrag „Igel vor Mährobotern wirksam schützen“ der GRÜNEN Bundestagsfraktion beraten. Der Antrag enthält zahlreiche sinnvolle Maßnahmen für einen besseren Schutz von Igeln und anderen Kleintieren. Vorgesehen sind bundesweit einheitliche Regelungen sowie strengere Vorgaben für Hersteller von Mährobotern. So soll künftig bereits durch die werkseitige Softwareprogrammierung sichergestellt werden, dass die Geräte nachts nicht betrieben werden können. Darüber hinaus sollen Prüfverfahren entwickelt werden, die ab 2030 nur noch Mähroboter zulassen, die nachweislich sicher für Igel und andere Kleintiere sind. Auch die wichtige Arbeit ehrenamtlicher Igelauffangstationen soll stärker unterstützt werden. Das ist ein umfassender und überzeugender Ansatz im Sinne des Artenschutzes. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die Berliner Koalition derzeit nicht dafür bekannt ist, Anträge der GRÜNEN zu unterstützen. Daher wäre es fahrlässig, kommunale Maßnahmen auf unbestimmte Zeit zu vertagen.
Karen Meyer, Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz abschließend: „Igel können nicht darauf warten, bis sich irgendwann Bund oder Städtetag bewegen. Sie brauchen Schutz – und zwar jetzt. Bielefeld hätte mit einem einfachen Beschluss Verantwortung übernehmen können. Dass CDU und SPD diesen Schritt verweigern, ist eine vertane Chance für den Artenschutz und ein enttäuschendes Signal für alle Bürgerinnen und Bürger, denen der Schutz unserer heimischen Wildtiere am Herzen liegt.“