GRÜNE: Kritik an Haltung der Brackweder CDU zu öffentlichen Moschee-Gebet

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Am 17. April 2020 fand in Bielefeld eine gemeinsame Aktion der Angehörigen christlichen, der muslimischen und jüdischen Glaubens statt. Zur gleichen Zeit läuteten die Glocken der christlichen Kirchen, in der Synagoge wurde gebetet und auch in mehreren Moscheen, darunter der Brackweder Vatan-Moschee, wurde das Adhan-Gebet gesprochen und per Lautsprecher nach draußen übertragen. Die gemeinsame Aktion fand zur gleichen Zeit statt und dauerte ca. 10 Minuten. In seiner an diesem Tag veröffentlichten Corona-Botschaft wies der OB darauf hin und begrüßte diese einmalige (!) Aktivität.

Hintergrund waren die Einschränkungen, die alle Religionsgemeinschaften und deren Angehörigen in Zeiten von Corona zu akzeptieren hatten. Es durften keine Messen, keine Gebete am Schabbat und auch keine Freitagsgebete in Moscheen mehr stattfinden. Mit der gemeinsamen Aktion wollten die vier Religionen ihren Gläubigen Zuversicht und Trost in schweren Zeiten vermitteln. Ähnliche Aktionen fanden in weiteren bundesdeutschen Städten statt.

Soweit, so gut, sollte man meinen. Wäre da nicht die Brackweder CDU mit ihrem Vorsitzenden Krumhöfner, die sich im Nachgang dafür interessierte, auf welcher rechtlichen Grundlage, das Gebet über Lautsprecher übertragen werden durfte. Da es keine zufriedenstellende Auskunft von städtischen Ämtern gab, kommt CDU-Pressesprecher Copertino zu dem Schluss, dass der Ruf des Muezzins „ganz offenbar rechtlich unzulässig, somit verboten gewesen“ sei. Darüberhinaus bemüht Copertino noch die „negative Religionsfreiheit“.

Für die Bielefelder Grünen stellt sich die Frage, was die CDU mit ihrer Anfrage und der öffentlichen Bewertung bezwecken möchte.

Klaus Rees, Fraktionsgeschäftsführer: „Es ist sehr schade, mit welchen Argumenten die Brackweder CDU gegen die gemeinsame Aktion der vier Religionsgemeinschaften vorgeht. Statt sich für ein gutes Zusammenleben aller Brackweder*innen einzusetzen werden Argumente gesucht, die Muslim*innen pauschal zu diskreditieren. Leider nicht zum ersten Mal, denn in der Vergangenheit hatte die gleiche Partei bereits mehrfach in ähnlicher Manier gegen Moscheebauten agiert. Die Brackweder und Bielefelder CDU wären gut beraten, ihr Verhältnis zu den Bielefelder*innen muslimischen Glaubens zu klären, denn sie gehören zu uns. Nicht der „Ruf des Muezzin“ ist verstörend, sondern der Umgang der CDU damit!“