Die Bielefelder GRÜNEN sehen den Bau einer zusätzlichen Halle auf dem Flugplatzgelände in Windelsbleiche kritisch. Fragen zum Trinkwasserschutz sind immer noch unbeantwortet. Zu einer GRÜNEN Anfrage im BISB, die aufklären sollte, wie genau sich der Vertrag zwischen Stadt und Flughafen GmbH zum Thema Trinkwasser verhält, verweigerte die Verwaltung jede Auskunft und erklärte sich für nicht zuständig.
Das reicht aus Sicht der GRÜNEN Ratsfraktion in keinster Weise aus, zumal es Hinweise darauf gibt, dass das Thema Trinkwasserschutz auf dem Flugplatzgelände mit seinen drei Förderbrunnen einen erheblichen Teil in der vertraglichen Vereinbarung ausmacht.
„Also haben wir die Anfrage aus dem BISB genommen und im gleichen Wortlaut im Haupt-, Wirtschafts- und Beteiligungsausschuss gestellt. Die bislang gezeigte Verweigerungshaltung gegenüber der Politik ist in dieser Frage der Daseinsvorsorge inakzeptabel.“, so Romy Mamerow, Co-Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Ratsfraktion. „Zusätzlich haben wir Akteneinsicht beantragt, um uns selber ein Bild über die Vertragsinhalte machen zu können. So können wir unpassende Antworten auf unsere wiederholte Anfrage besser einordnen.“
Was ist so schwierig an Transparenz, wenn es um unser Trinkwasser geht?
Für zusätzlichen Ärger sorgt aus Sicht der GRÜNEN, dass der Geschäftsführer der Flughafen GmbH, Lars Oliver Geertz, bereits öffentlich über die Baugenehmigung für die neue Flugzeughalle jubelt, während zentrale Fragen weiterhin unbeantwortet sind. Die „Verschlossene-Auster-Taktik“ der Verwaltung hinterlasse dabei einen faden Beigeschmack.
„Wenn es nicht zu einer Erhöhung des Flugbetriebs kommt, wie von der Flughafen GmbH beteuert, und somit die Anzahl der Flugzeuge gleichbleiben müsste, wozu dann der Bau einer neuen Halle?“, versucht Michael Bockhorst, Bezirksvertreter aus Senne, die Notwendigkeit der Baumaßnahme zu ergründen und fährt fort, „Die Argumentation von Geertz, dass die Halle und die notwendige Baustelle nicht im Wasserschutzgebiet liegen und somit alles in Ordnung sei, hinkt. Tatsächlich ist es so, dass die Ausweisung eines Wasserschutzgebietes auf dem Flughafengelände längst überfällig ist und bereits von der Bezirksregierung gerügt wurde. Die hierzu notwendige Verlegung dreier Brunnen, die aktuell noch zu dicht an der Start- und Landebahn liegen, steht auch noch aus. Heißt also: Die Halle kann nicht im Wasserschutzgebiet liegen, weil noch kein Wasserschutzgebiet ausgewiesen wurde.“
Ferner sind für derlei Eingriffe zwingend Ausgleichsmaßnahmen vorgesehen. Und auch hier herrscht Intransparenz: Alles wird in nicht-öffentlichen Sitzungen beraten.
„Unglaublich!“ aus Sicht von Klaus Feurich-Tobien, Ratsmitglied im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz, „Die Bielefelderinnen und Bielefelder haben ein Recht darauf zu erfahren, wie Eingriffe in die Natur kompensiert werden, da ist doch nichts Geheimes dran. Über die Maßnahmen im Einzelnen dürfen wir uns natürlich nicht äußern, weil diese Informationen ja alle nicht öffentlich sind. Wohl aber können wir kritisieren, dass die Flughafen GmbH im Erwarten einer Baugenehmigung bereits Zäune aufgestellt hatte, um die Zauneidechsen von bestimmten Bereichen der Fläche fern zu halten. Das verstößt, ohne eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung der zuständigen Behörde eingeholt zu haben, gegen geltendes Naturschutzrecht.“
Ihr wollte seibst aktiv werden? Dann unterstützt die Petition des BUND:
https://bielefeld.bund.net/service/meldungen/detail/news/bund-startet-online-petition-gegen-flugplatzausbau/