Die 2025 veröffentlichte Expertise der Paritätischen Forschungsstelle „Teilhabequoten im Fokus – Empirische Befunde aus 2024 zum Bildungs- und Teilhabepaket (BuT)“ zeigt bundesweite Unterschiede. Unsere GRÜNE Anfrage im Sozial- und Gesundheitsausschuss am 03.03.2026 offenbart erhebliche Diskrepanzen zwischen den gemeldeten Inanspruchnahmequoten des Bildungs- und Teilhabepakets (BuT) und der tatsächlichen Nutzung vor Ort. Während für Bielefeld eine Teilhabequote von 77,3 Prozent ausgewiesen wird, zeigt eine detaillierte Auswertung der Stadtverwaltung, dass lediglich 32,4 Prozent der berechtigten Kinder und Jugendlichen die Leistungen tatsächlich in Anspruch nehmen. Die Grüne Fraktion im Rat der Stadt Bielefeld fordert daher gezielte Maßnahmen, um die Potenziale des BuT besser auszuschöpfen.
Laut Verwaltungsangaben lebten 2024 insgesamt 11.855 Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren in Bielefeld, die Anspruch auf BuT-Leistungen hatten. Davon nutzten lediglich 3.838 Kinder die Teilhabeleistungen für soziale und kulturelle Aktivitäten – eine Quote, die zwar über dem bundesweiten (19 Prozent) und landesweiten Durchschnitt (24 Prozent) liegt, jedoch deutlich hinter den offiziellen Meldungen zurückbleibt. Die Diskrepanz ergibt sich aus dem Kartensystem, bei dem bereits die Aufladung der Bildungskarte als Leistungsbewilligung gezählt wird, ohne dass die tatsächliche Nutzung des Guthabens erfasst wird.
Die Grünen-Fraktion fordert die Verwaltung auf, die bestehenden Maßnahmen auszubauen und durch zusätzliche personelle Kapazitäten zu ergänzen, um die Teilhabechancen für alle Kinder und Jugendlichen in Bielefeld zu verbessern.
Joachim Hood, Ratsmitglied der GRÜNEN Bielefeld: „Die öffentliche Quote von 77 Prozent ist völlig realitätsfern. Sie verschleiert, dass zwei Drittel der berechtigten Kinder und Jugendlichen nicht von den Angeboten profitieren. Hier müssen wir dringend nachsteuern, um sicherzustellen, dass das BuT auch bei denen ankommt, für die es gedacht ist.“
Aktuell sind in Bielefeld 375 Leistungsanbieter mit 413 Angeboten aus den Bereichen Kultur, Sport und Freizeit registriert. Die Stadt setzt bereits auf Informationsveranstaltungen, Kooperationen mit Schulen und Schulsozialarbeit sowie die Zusammenarbeit mit der Stiftung Solidarität, um die Inanspruchnahme zu erhöhen. Darüber hinaus fehlen personelle Ressourcen, um gezielt auf Familien zuzugehen und niedrigschwellige Zugänge zu schaffen. Die GRÜNE Fraktion fordert daher unter anderem bessere Bekanntmachung über die städtischen Mitarbeiter*innen der Schulsozialarbeiter sowie Kinder- und Jugendhilfe.
Quellen zum Hintergrund:
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/default-7083e11ca420c6b6e913e56ca85f9292
Die ganze Expertise ist hier:
https://www.der-paritaetische.de/fileadmin/user_upload/Seiten/Presse/docs/expertise_BuT-2025.pdf