Grüne als Vorbild für Parität

Kommunalpolitik weiterhin männlich dominiert

Nach Auswertung der Ergebnisse der Kommunalwahl 2025 in Bielefeld zeigt sich, dass Frauen in den städtischen Gremien nach wie vor deutlich unterrepräsentiert sind. Sowohl im Stadtrat als auch in den Bezirksvertretungen werden in der kommenden Wahlperiode Frauen nur zu einem Drittel vertreten sein, während zwei Drittel der Mandate von Männern, besetzt werden. Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen bildet hier eine positive Ausnahme mit einem umgekehrten Verhältnis: Zwei Drittel der grünen Mandate werden von Frauen wahrgenommen. Die Grünen in Bielefeld haben bei der Aufstellung ihrer Kandidaturen konsequent auf das Reißverschlussprinzip gesetzt und Frauen für Spitzenplätze gewinnen können.

Ulrike Mann, gleichstellungspolitische Sprecherin der Grünen Fraktion im Rat der Stadt Bielefeld, erklärt dazu: “Das Ergebnis ist ernüchternd. Obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Bevölkerung stellen, sind sie in den Entscheidungsgremien unserer Stadt weiterhin deutlich unterrepräsentiert. Bei den Grünen zeigen wir seit Jahren, dass Parität nicht nur ein theoretisches Konzept ist, sondern gelebte politische Praxis sein kann.”

„Kommunalpolitik gestaltet das direkte Lebensumfeld der Menschen. Wenn die Erfahrungen und Perspektiven von Frauen dabei unterrepräsentiert sind, fehlen wichtige Impulse – und Vorbilder, an denen sich insbesondere junge Frauen orientieren können. Je mehr Menschen sich in politischen Gremien wiederfinden, desto größer ist zudem das Vertrauen in die demokratischen Institutionen. Eine gleichberechtigte Teilhabe stärkt also auch unsere Demokratie“, ergänzt Romy Mamerow, Co-Fraktionssprecherin und Spitzenkandidatin der Grünen für die Ratsliste.

Die Wahl von Christiana Bauer zur Oberbürgermeisterin und von zwei Dezernentinnen sei unter dem Aspekt der Geschlechterparität positiv zu bewertenden.

„Wir erhoffen uns ein starkes Signal von der Verwaltungsspitze, dass Frauen in alle Positionen und vor allem auch als Ehrenamtliche ihren Beitrag leisten können und erwarten, dass dafür die notwendigen Voraussetzungen geschaffen werden“, sagt Ulrike Mann.

Die Fraktion kündigt an, in der kommenden Legislaturperiode einen Antrag zur Entwicklungeiner Strategie für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der Kommunalpolitik einzubringen. Darin sollen Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von politischem Engagement mit Berufund Familie sowie gezielte Förderprogramme für politisch interessierte Frauen vorgeschlagen werden.


Quelle: RegioIT Ergebnisse der Kommunalwahl 2025 in Bielefeld: https://wahlen.regioit.de/2/km2025/05711000/praesentation/index.html