Auf Initiative der I-KON (Ideenkonferenz Bielefeld) wurden Studierendenentwürfe der Technischen Hochschule (TH) OWL in einer öffentlichen Ausstellung im Technischen Rathaus vorgestellt. Diese zeigen die Phase Null – die konzeptionelle Vorstufe, in der Potenziale und Entwicklungsoptionen für ein Zielgebiet gesammelt werden.
Das sogenannte. „Ravensberger Viertel“ zwischen Bleichstraße, Werner-Bock-Straße und Stadtholz ist bislang ein vernachlässigter Raum im innerstädtischen Gefüge. Brachflächen, Versiegelungen und zergliederte Nutzungen prägen das Bild. Zugleich liegt hier eine große Chance: innenstadtnah, gut angebunden und mit der Option, Wohnen, Arbeiten und Grün neu zu denken. Die GRÜNE Ratsfraktion begrüßt diese Initiative von I-KON und TH OWL und sieht sie als Anstoß, das Gebiet neu zu denken.
„Bielefeld darf sich nicht länger auf Flächen setzen, die seit Jahren in der Warteschleife hängen. Wir müssen jetzt handeln und neue Perspektiven in der Stadt selbst schaffen – dort, wo Leben, Arbeit und Grün selbstverständlich zusammengehören. Das Ravensberger Viertel ist dafür ein idealer Ausgangspunkt“, so Romy Mamerow, Mitglied im Fraktionsvorstand der GRÜNEN Ratsfraktion.



„Die Entwürfe machen deutlich, welche Potenziale im Ravensberger Viertel stecken. Sie zeigen Ansätze für eine behutsame Verdichtung, neue Wohnformen und gemischte Nutzungen, begrünte Außenräume mit hoher Aufenthaltsqualität sowie nachhaltige Mobilität mit kurzen Wegen und guten Fuß- und Radverbindungen. Jetzt kommt es darauf an, die Phase Null in einen klaren städtebaulichen Rahmen zu überführen – mit Klimaanpassung, sozialer Mischung und guter Mobilität als festen Leitplanken“, ergänzt Thomas Krause, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss für die GRÜNE Ratsfraktion.
Alle Entwürfe setzen auf die Fortführung des Grünzugs „Grünes Band“, der das Viertel klimatisch und ökologisch stärkt. Gerade mit Blick auf die Folgen des Klimawandels sind Entsiegelung, Baumpflanzungen, Verschattung, Wasserrückhalt und klimaresiliente Materialien zentral. Diese grüne Verbindung muss in der weiteren Planung unbedingt gesichert und gezielt ausgebaut werden.
„Stadtentwicklung wird sich künftig weniger an betriebswirtschaftlicher Effizienz messen lassen, sondern daran, wie viel Lebensqualität sie erzeugt – beim Wohnen, im Freiraum und auf den Wegen dazwischen“, so Thomas Krause abschließend, „Das Ravensberger Viertel soll zeigen, dass Bielefeld seine Zukunft in der eigenen Stadtmitte gestalten kann – klimafreundlich, sozial gerecht und mit hoher Lebensqualität. Wenn wir hier mutig planen, kann daraus ein Vorbild für die Stadtentwicklung der nächsten Jahre werden.“