Der aktuelle Vorschlag von CDU und FDP zum Schulbauprogramm ist nicht zu Ende gedacht – und das auf Kosten von den Bildungschancen von Kindern und Jugendlichen. Gemeinschaftlich beschlossene Standards im Schulbau zurückzufahren, um Baumaßnahmen zu beschleunigen und Kosten zu senken, ist zu kurz gedacht. Im aktuellen Schulbauprogramm planen wir Schulen für die Zukunft. In diesen zukünftigen Schulen werden Bielefelder Kinder und Jugendliche mindestens in den nächsten 30 Jahre lernen.
„Schulen sind längst nicht mehr nur Lern-, sondern auch Lebensraum für Schüler*innen. Die Kinder und Jugendlichen verbringen heute viel mehr Zeit in der Schule und das müssen die Räumlichkeiten auch wiedergeben“, erklärt die schulpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion Lisa Brockerhoff.
„Die Flurschule gehört der Vergangenheit an; inklusive Pädagogik und ganztägige Betreuung braucht andere Räume. Die Kinder und Jugendlichen sollen Platz für Entfaltung und zum Wohlfühlen haben. Für die Schule der Zukunft brauchen wir Räume, die Inklusion, Rückzug, Lernen in verschiedenen Gruppen und individuelle Förderung ermöglichen. Darüber hinaus sind Ruheräume, sowie Differenzierungsräume wichtig für eine gute Lernatmosphäre und sind damit nicht wie die CDU sagt ein „nice to have“ sondern ein „must have“.
„Zukünftig benötigen wir für den Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz in Grundschulen einen ganzheitlichen Raumansatz, damit sich Kinder nicht nur vormittags sondern auch nachmittags entfalten können und angemessen entwickeln können“, sagt der stellv. Vorsitzende im Jugendhilfeausschuss, Joachim Hood.
Das Absenken von Standards ist also keine Lösung. Kosten und Zeit lassen sich sparen über Systembauten, die bereits an 17 Standorten auf den Weg gebracht sind. Diese werden von der Bielefelder Beteiligungs- und Vermögensgesellschaft geplant und errichtet, weil das schneller geht. Auch die Realisierung durch Generalunternehmer kann Zeit und Kosten sparen.
Schneller und kostengünstiger wird der Schulbau auch werden, weil die Zahl der Schüler*innen nicht wächst wie ursprünglich geplant. Drei Grundschulzüge werden deswegen nicht gebraucht – und damit auch weniger Ressourcen in den weiterführenden Schulen.
Und auch das von der CDU so gescholtene Bielefelder Schulraumprogramm spart Zeit und Kosten. Die definierten Raumstandards ermöglichen eine schnelle und effektive Planung. Die Leistungsanforderungen müssen so nicht für jede Schule einzeln erarbeitet werden, sondern Schulen werden nach einem standardisierten Raumkonzept gebaut. „Wenn es darüber hinaus weitere sinnvolle und umsetzbare Sparvorschläge geben sollte, die nicht zu Lasten der Standards gehen, setzen wir uns gerne damit auseinander“, betont Lisa Brockerhoff. „Uns ist es sehr wichtig, dass das Bauprogramm schnell und möglichst günstig realisiert wird – aber nicht auf Kosten der Bildungschancen der zukünftigen Generationen.“