GRÜNE zu Trinkwasserversorgung für Bielefeld sichern: Mit Bedacht Weichen für die Zukunft stellen

Für die Bielefelder Grünen stellt die Trinkwasserversorgung der Bielefelder Bürger*innen eine extrem wichtige, hochsensible Aufgabe dar. Die Kritik der FDP Bielefeld, diese zu gefährden, weisen die Grünen mit Nachdruck zurück.

Aktuell sind politisch zwei Dinge zu entscheiden: Zum einen das Wasserversorgungskonzept 2024 für die Stadt Bielefeld und zum anderen eine Kooperation der Stadtwerke Bielefeld mit der Gelsenwasser AG. Mit erstgenanntem Konzept werden die Rahmenbedingungen für die zukünftige Versorgung mit Trinkwasser festgestellt, indem u.a. Bedarfe ermittelt und vorhandene Reserven dargestellt werden. Das Konzept ist die Grundlage für eine Kooperation der Stadtwerke Bielefeld mit der Gelsenwasser AG.

Klaus Feurich-Tobien, umweltpolitsicher Sprecher der Grünen Ratsfraktion: „Nachhaltiges Handeln beinhaltet immer auch den Schutz von Ressourcen. Deswegen gehört zu einer nachhaltigen Trinkwasserversorgung immer auch Wassersparen als elementarer Punkt. Dies wird jedoch im aktuell vorliegenden Wasserversorgungskonzept der Stadt Bielefeld nicht ausreichend berücksichtigt. Hier muss nachgebessert werden. In Zeiten, wo der Erdüberlastungstag* jedes Jahr früher ist, müssen wir auch bei der Trinkwasserversorgung genauestens schauen, wie wir mit dieser lebensnotwendigen, aber begrenzten Ressource möglichst sparsam umgehen.“

„Bei den für den zukünftigen Bedarf prognostizierten Zahlen sind noch Fragen offen. Die Aussagen von Stadtwerken und den Hydrogeologen vom BUND passen in einigen Punkten nicht zueinander. So konnte uns eine Steigerung des Pro-Kopf-Verbrauchs bis 2050 um 36% und eine Steigerung der Netzverluste auf 10% bisher nicht schlüssig erklärt werden.“, so Klaus Feurich-Tobien weiter, „Auch sehen wir aktuell den zeitlich dringlichen Entscheidungsdruck nicht und möchten noch ein paar Antworten bekommen. In so einem Fall ist es gute politische Sitte, dass diese Fragen vor einer Beschlussfassung geklärt werden.“

Die Fernwasserleitung, die bei einer Kooperation der Stadtwerke Bielefeld mit der Gelsenwasser AG, Trinkwasser aus dem Ruhrgebiet liefern würde, ist in vier Abschnitte geteilt: die OWL-Leitung von Beckum nach Oelde, die Wiedenbrücker-Leitung von Oelde nach Rheda-Wiedenbrück und die Varenseller-Leitung von Rheda-Wiedenbrück nach Varensell. In Varensell befindet sich der potentielle Anschlusspunkt für die Leitung nach Bielefeld. Alle drei Abschnitte, die vor dem Bielefelder Leitungsstück liegen sind noch nicht planfestgestellt, die Verfügbarkeit betreffender Grundstücke teilweise unklar und Zeitdruck somit nicht gegeben.

„Uns liegt an einer sorgfältigen Prüfung. Sollte der Wasserbedarf Bielefelds aus regionalen Quellen auch zukünftig gedeckt werden können, würden wir bei einer Kooperation mit der Gelsenwasser AG dennoch 2,5 Mio. Kubikmeter Wasser jährlich ankaufen müssen, egal, ob wir es brauchen oder nicht. Insofern ist der Bau der Fernwasserleitung verantwortungsvoll abzuwägen, denn er wird einen großen Eingriff in die Natur bedeuten und sich auch auf den Wasserpreis in Bielefeld auswirken.“

*Erdüberlastungstag / Earth Overshoot Day:

Der Earth Overshoot Day markiert den Tag, an dem die Menschheit alle natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres zur Verfügung stellen kann, aufgebraucht hat. 2024 fiel er auf den 1. August, im Vorjahr war es noch der 2. August.