Grünes Konzept zur Kindergrundsicherung eröffnet faire Chancen für jedes Kind

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Viele Bielefelder Familien würden von einer Kindergrundsicherung profitieren, wie sie die Grünen im Bundestag vorgeschlagen haben. Jedes vierte Kind in Bielefeld lebt in einer Familie mit SGB-II-Bezug. Darüber hinaus sind viele Eltern berechtigt, finanzielle Hilfen wie Wohngeld, Familienzuschlag, Sozialgeld oder AsylbLG zu erhalten. „Der Vorschlag für eine Kindergrundsicherung würde den aktuellen kundenfeindlichen Antragsdschungel beseitigen und alle Leistungen bündeln“, so Gudrun Hennke, jugendpolitische Sprecherin der GRÜNEN Ratsfraktion.

Zusätzlich würde die Bielefelder Verwaltung entlastet, da die Leistung nur einmal bei den Familienkassen beantragt werden müßte. Die Kindergrundsicherung sieht eine Basis-Leistung von 280 Euro monatlich für jedes Kind vor. Für einkommensschwache Familien erfolgt die Auszahlung einer Plus-Leistung zwischen 84 Euro und 223 Euro pro Monat durch automatische Einkommensabfrage und -berechnung bei den Finanzämtern, Rentenstellen und Sozialbehörden.

Viele Eltern beantragen heute aus Unkenntnis oder Stigmatisierungsängsten keine Sozialleistungen. „Dies führt zu verdeckter Armut, die sich in den Statistiken gar nicht wiederfindet“, so Hennke weiter. „Die Kindergrundsicherung würde für verbesserte Chancengleichheit sorgen und mehr Bielefelder Kindern Zugang zu Bildung und Teilhabe ermöglichen.“

Bielefeld hat nach den Zahlen des aktuellen Berichts „Lebenlagen und soziale Leistungen 2017/2018“ mit 22,5 Prozent den höchsten Anteil an Kindern im SBG-II-Bezug in OWL und liegt auch NRW-weit über dem Durchschnitt von 18,6 Prozent.

“Ein vereinfachtes Verfahren entlastet nicht nur die Verwaltung, sondern auch Eltern und Sozialarbeiter*innen in den Schulen. Die frei werdenden zeitlichen Ressourcen könnten endlich für Arbeit mit den Kindern genutzt werden,” weiß die ehemalige Schulsozialarbeiterin Ruth Wegner, stellvertretendes Mitglied im Sozial- und Gesundheitsausschuss.

Die GRÜNE Ratsfraktion hofft, dass der Vorschlag für eine „Kindergrundsicherung“ möglichst bald eine Mehrheit im Bundestag erhält!