Wasser ist die Grundlage allen Lebens und eine unersetzliche Ressource für Natur und Menschen. Doch unsere Wasserressourcen geraten zunehmend unter Druck. Als Folge des Klimawandels werden Hitze- und Dürreperioden aber auch Starkregen- und Hochwasserereignisse immer häufiger auftreten. “Um die Wasserversorgung auch in langen Trockenzeiten für die verschiedenen Nutzungen zu sichern, sollen Einsparpotenziale identifiziert und genutzt werden“, heißt es deshalb in einer Erklärung des NRW-Umweltministeriums, das im April 2024 „Eckpunkte auf dem Weg zur Zukunftsstrategie Wasser“ vorgelegt hat.
Im jetzt zur Verabschiedung anstehenden Wasserversorgungskonzept 2024 wird dargestellt, wie die zukünftige Trinkwasserversorgung Bielefelds sichergestellt werden soll. Das Konzept ist ausgesprochen umfangreich Allerdings fehlt ein in unseren Augen sehr wichtiger Teil im Bezug auf den Umgang mit der wichtigen Ressource Trinkwasser: das Wassersparen.
Zur Trinkwasserversorgung der Zukunft gehören, neben der Reaktivierungen von alten Brunnen, der naturverträglicher Erhöhung von Fördermengen bestehender Brunnen und dem Ausbau regionaler Wassernetze insbesondere auch der sorgsame und nachhaltige Umgang mit Trinkwasser: Sei es beispielsweise durch konkrete Einsparmaßnahmen, aber auch durch die Nutzung von Regenwasser und Brauchwasser dort wo es möglich ist.
Vor diesem Hintergrund stellen wir im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz am 19.11.2024 im Rahmen der Koalition folgenden Antrag:
Die Verwaltung wird gebeten, flankierend zum Wasserversorgungskonzept 2024, ein Maßnahmenpaket zu erarbeiten, welches Handlungsmöglichkeiten für einen bewussten Umgang mit der Ressource Wasser aufzeigt und mögliche Einsparpotenzialen prüft, bewertet und umsetzt.
Dieses Konzept soll AfUK und Rat im ersten Halbjahr 2025 zur Beschlussfassung vorgelegt werden.
Im Wassersparkonzept sind folgende Punkte zu berücksichtigen:
- Durch eine entsprechende Informationskampagne soll die Bielefelder Bevölkerung für den Wert der Ressource Trinkwasser sensibilisiert werden: mit Vermittlung von Einsparpotentialen, geeigneter Öffentlichkeitsarbeit und weiterem.
- Eine „Trinkwasserampel“ wird eingeführt, wie sie bereits in vielen Städten (beispielsweise Bad Oeynhausen, Löhne, Minden, Hannover und Hamburg) existiert. Dieses Steuerungsinstrument gibt in Spitzenabnahmezeiten, gerade in längeren Dürrezeiten, Orientierung darüber, wann ein sparsamer Umgang mit dem Trinkwasser besonders angezeigt ist.
- Die Nutzung von Regenwasser als Brauchwasser wird stärker in den Fokus genommen: Hierzu sollen die Stadt als Genehmigungsbehörde und Stadtwerke als Wasserversorger im Rahmen der Bauberatung, bzw. Kundeninformation, Fragen der Regenwassernutzung für die Gartenbewässerung und auch Einsatzmöglichkeiten im Haushalt beantworten und auf Fördergelder gezielt hinweisen.
- Ebenso ist zu prüfen, inwieweit die Nutzung von Regenwasser(-zisternen) zur Bewässerung in der Landwirtschaft ausgebaut und gefördert werden kann. Hierzu wird die Verwaltung gebeten, Kontakt mit dem landwirtschaftlichem Kreisverband aufzunehmen.
- Industrie und Gewerbe sollen mittels geeigneter Maßnahmen angeregt werden, zu prüfen, wo Regen- oder Grauwasser statt Trinkwasser genutzt oder der Einsatz von Wasser eingespart werden kann. Hierzu wird die Verwaltung gebeten, Kontakt mit der IHK aufzunehmen.
- Mittelfristig ist ein pro-Kopf-Wasserverbrauch unter dem von 2013 anzustreben.