GRÜNE fordern Kampagne zur Aktivierung von Wohnraum im Bestand

Der Wohnungsmarkt in Bielefeld bleibt angespannt. Gleichzeitig gibt es in der Stadt ungenutzte Potenziale: Wohnungsleerstände, große Wohnungen mit Teilungspotential und Ausbaumöglichkeiten bei bestehenden Gebäuden. Die Ratsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordert deshalb im Stadtentwicklungsausschuss am 10.02.2026 eine stadtweite „Kampagne zur Schaffung von Wohnraum im Bestand“, die Eigentümer*innen informiert, berät und zur Nutzung vorhandener Potentiale ermutigt. Auch die schwarz-grüne Landesregierung hat das Potential erkannt und in der Revision der Landesbauordnung insbesondere Bauen im Bestand, Aufstockungen und Umwidmungen in Wohnraum vereinfacht.

„Wir müssen dringend mehr Wohnraum schaffen – aber klug und nachhaltig“, erklärt Thomas Krause, Mitglied im Stadtentwicklungsausschuss für die GRÜNE Ratsfraktion. „Während ein Neubau Jahre braucht, schaffen Dachausbauten, Aufstockungen oder Wohnungsteilungen schnell, flächensparend und oft günstiger neuen Wohnraum.  Dieses Potenzial wird in Bielefeld bislang zu wenig genutzt.“ 

Die Kampagne soll verschiedene Maßnahmen bündeln: Eine öffentliche Auftaktveranstaltung, umfassende Informationsmaterialien in digitaler und gedruckter Form, eine bessere Aufbereitung der städtischen Website zum Thema „Wohnraum im Bestand“ sowie eine stärkere Nutzung öffentlicher Werbeflächen.

Die Verwaltung soll zudem eine zentrale Anlaufstelle benennen, bei der Eigentümer*innen unkompliziert Beratung zu Genehmigungen, Förderungen und Umsetzung erhalten, aber auch zu Themen wie Untervermietung, Wohngemeinschaften, generationenübergreifendem Wohnen oder dem Umzug in kleinere Wohnungen. Viele Eigentümer*innen wissen gar nicht, welche baulichen oder rechtlichen Möglichkeiten sie haben – und dass sich Ausbauten oder Wohnungsaufteilungen auch wirtschaftlich lohnen können.

Lokale Medien sollen in die Kampagne eingebunden werden, um möglichst viele Menschen zu erreichen. Über den Fortschritt der Maßnahmen soll die Verwaltung dem Stadtentwicklungsausschuss halbjährlich berichten.

„Gerade für ältere Menschen oder bei veränderten Lebensumständen wie dem Auszug der Kinder kann eine kleinere Wohnung eine echte Entlastung sein – für die Bewohner*innen selbst und für den Wohnungsmarkt insgesamt“, betont Romy Mamerow, Co-Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Ratsfraktion. „Hier braucht es mehr Beratung, mehr Sichtbarkeit und eine Stadtverwaltung, die dieses Thema aktiv angeht.“

Hintergrund der Kampagne ist auch, dass die Wohnfläche pro Kopf in Bielefeld in den vergangenen Jahren weiter gestiegen (2013: 42,7m²/Kopf auf 2023: 43,9m²/Kopf) ist. Die Kampagne setzt ausdrücklich auf freiwillige Beratung und Anreize – nicht auf Vorgaben oder Druck auf Eigentümer*innen.

„Wohnraum im Bestand zu aktivieren ist eine der schnellsten, günstigsten und sozial wie ökologisch sinnvollsten Antworten auf die Wohnungsnot“, so Thomas Krause abschließend. „Jetzt ist es Zeit, diese Möglichkeiten systematisch zu nutzen.

Unser Antrag zur Schaffung von Wohnraum im Bestand im StEA am 10.02.2026